Boot Landanschluss nachrüsten - so einfach geht es!

Landstromanschluss fürs Boot nachrüsten

Nicht nur Segler brauchen nach einem langen Tag auf dem Wasser eine Erfrischung, auch die Bordbatterien lechzen nach neuer Energie. Die einfachste und zuverlässigste Methode zum Aufladen ist ein Landstromanschluss mit 230 Volt. Anlegen, Kabel verlegen und schon ist das Boot mit Wechselstrom versorgt. Der Vorteil: Auch Alltagsgeräte können, wie von Zuhause gewohnt, an Bord genutzt werden - ohne Generator oder Inverter. Höchste Zeit also für diejenigen, die einen Landanschluss Boot nachrüsten wollen. Aber: Was ist Landstrom für Boote eigentlich? Und worauf muss bei der Installation geachtet werden? In unserem Ratgeber zum Thema “Landstromanschluss nachrüsten” zeigen wir Ihnen, wie es geht.

Die Vorteile eines Landstromanschlusses

Der Strombedarf auf Booten wächst mit dem Komfort. Kühlschrank, Gefrierfach, elektrische Kochfelder und der Einsatz von Computern sind keine Seltenheit mehr an Bord. Wer in einer Marina liegt, nutzt daher in der Regel den komfortablen Landstrom Boot, um sich mit 230 Volt zu versorgen - unabhängig von Sonne, Wind und Wetter und ohne das sonore Grummeln eines Generators. Diejenigen, die einen Boot Landanschluss nachrüsten, leisten einen wichtigen Beitrag zu ihrem Energiemanagement. Und das bedeutet nicht nur mehr Komfort, sondern vor allem auch Sicherheit. Denn wer am nächsten Tag wieder in See stechen will, der sollte sichergehen, dass die Batterien voll geladen sind.

Warum ein Landstromanschluss wichtig ist

Wer einen Landanschluss Boot nachrüsten will, profitiert zweierlei. Zum einen stehen 230V im Bordnetz zur Verfügung, was das Leben an Bord ungemein erleichtert, zum anderen werden die Bordbatterien vollständig geladen. Ein Landstromanschluss Boot ist damit auch ein Beitrag zur guten Seemannschaft. Denn ein Stromausfall auf See kann gravierende Folgen haben. Wichtige Navigationshilfen wie Kartenplotter, Tiefenmesser oder Autopilot fallen aus. Und auch das Anlegebier im Kühlschrank droht warm zu werden. Der Boot Landstrom Anschluss ist die gängigste, einfachste und obendrein günstigste Alternative, um die Stromversorgung an Bord sicherzustellen. Aber: Was ist Landstrom für Boote überhaupt? Vereinfacht ausgedrückt ist es so, als ob bei einem Neubau der Elektriker das Wohnzimmer an den Stromkreislauf anschließt. Allerdings gibt es bei der Installation an Bord einiges mehr zu beachten.

Landanschluss

Planung und Vorbereitung der Nachrüstung

Zunächst gilt es, den Energiebedarf an Bord zu klären. Welche Versorger sollen direkt über 230 Volt angeschlossen werden? Wie viele Steckdosen müssen dazu auf dem Boot verlegt werden? Welche Kapazität haben die Bootsbatterien und mit wie viel Ladestrom sollen sie geladen werden? Und dann ist da natürlich die Frage, wo der Anschluss bordseitig überhaupt installiert werden kann. Auch sollte ein Blick auf die landseitige Stromsäule geworfen werden, auch wenn es dort keine großen Überraschungen geben dürfte. In europäischen Marinas ist die sogenannte CEE-Stromverteilung das einzig zugelassene System für den Landstrom Boot.

1. Voraussetzungen: Was wird für die Nachrüstung benötigt?

Wer einen Landanschluss Boot nachrüsten möchte, der benötigt zunächst drei Komponenten für eine sichere Verbindung zwischen der Stromsäule in der Marina und dem Boot. Da ist zum einen das dreipolige Landstromkabel, das UV- und seewasserbeständig, abriebfest und flexibel sein sollte. Dieses Kabel wird mit den markant blauen CEE- Landstromsteckern verbunden, kann aber auch bereits als Set gekauft werden. Der weibliche Stecker für die bordseitige Aufnahme ist mit einem federbelasteten Deckel und einem Riegel oder mit einem kleinen Druckhebel versehen, um sicherzustellen, dass sich die Steckverbindung nicht von alleine löst. Zudem bietet die robuste Verbindung Schutz vor Regen. Die dritte Komponente ist der bordseitige Landstrom Anschluss, auch Landstrom-Kupplung oder Landstrom Adapter genannt, der auf dem Boot fest installiert wird. Unter Deck bedarf es dann noch weiterer Installationen wie dem Schaltkasten mit Sicherungen und einem galvanischen Isolator oder Trenntrafo. Um den Landstrom an Bord bedarfsgerecht zu verteilen, müssen jetzt nur noch marine-geeignete Steckdosen verlegt werden. Für das Laden der Bootsbatterien wird zudem ein Ladegerät benötigt, passend zur Batteriekapazität und Bordnetzspannung.

2. Überprüfung der Bordelektrik und vorhandenen Technik

Jetzt ist der Zeitpunkt, einen Blick auf die Bordelektrik zu werfen. Im Idealfall gibt es bereits Zeichnungen über die bisherigen Installationen, die um einen Landanschluss Boot Schaltplan ergänzt werden sollten. Gerade auf älteren Booten, die bereits durch die Hände mehrerer Eigner und Hobby-Elektriker gegangen sind, ähneln die verlegten Kabel bisweilen einer Bombe aus einem James-Bond-Film. Dann ist Vorsicht geboten. Eine mangelhafte Elektrik oder das Verwenden unzulänglicher Materialien ist der häufigste Grund für Brände auf Booten.

3. Auswahl geeigneter Komponenten (Stecker, Kabel, Sicherungen)

In europäischen Marinas ist die Landstromversorgung mit CEE-Steckern nicht nur Standard, sondern auch vorgeschrieben. Die blauen CEE-Stecker sind immer dreipolig, was einen gravierenden Vorteil gegenüber den im Haushalt üblichen Schutzkontaktsteckern (kurz: SchuKo) hat. Denn somit ist die Lage der beiden stromführenden Pole immer eindeutig. Die Verwendung anderer Stecker kann im Schadensfall unangenehme Fragen der Versicherung nach sich ziehen. Jeder, der Landstrom nachrüsten will, sollte daher auf qualitativ hochwertige Komponenten achten, die Langlebigkeit, vor allem aber Sicherheit versprechen, und ihre Tauglichkeit für den maritimen Bereich bewiesen haben.

Die sogenannte CEE-Landanschlussübernahme, also der bordseitige Stecker, ist ebenfalls 3-polig. Das Gehäuse für den Landstromanschluss Boot besteht meistens aus hochwertigem, schlagfestem und spritzwassergeschütztem Polyamid, erhältlich sind aber auch edlere Versionen aus Edelstahl.

Bleibt eine Frage: Welches Kabel für Landanschluss ist am besten geeignet? Für die 230V- Stromversorgung darf nur ein spezielles Kabel benutzt werden, das resistent gegen Seewasser, Öl, Fette, Benzin, und UV-Strahlen ist. Zudem muss es abriebfest und flexibel sein. Also Finger weg von billiger Baumarktware für den Haushalt! Bis zu einer Kabellänge von 15 Metern reicht ein dreiadriges Kabel mit einem Querschnitt von 1,5 Quadratmillimetern aus. Ab 25 Meter Kabellänge ist ein Querschnitt von 2,5 Quadratmillimetern vorgeschrieben. Ist der Strom einmal an Bord, muss eine Leitung, die nicht länger als einen Meter sein sollte, zum Sicherungskasten verlegt werden, von dem wiederum alle 230V-Leitungen abgehen. Wegen der Feuchtigkeit und der allgemeinen elektrischen Sicherheit an Bord muss hier unbedingt ein Fehlerstrom-Schutzschalter (FI oder RCD = Residual Current Device) installiert werden.

4. Überblick über zu erwartende Kosten

Wer Landstrom nachrüsten will, kann mit überschaubaren Kosten rechnen. Für ein Boot mittlerer Größe, wie sie im Sportbootebereich weit verbreitet sind, reicht im Regelfall eine Dimensionierung der Komponenten mit 16 Ampere Belastbarkeit. Bei 230 Volt entspricht das einer Leistung von rund 3680 Watt. Zur Einordnung: Ein Heizlüfter verbraucht in der Regel zwischen 1000 und 2000 Watt, das Laden eines Laptops etwa 65 Watt und das eines Smartphones teilweise unter 10 Watt.

Günstige Landanschluss-Dosen gibt es bereits für unter 20 Euro, hochwertige Versionen mit verchromter Oberfläche oder aus Edelstahl kosten zwischen 100 bis 150 Euro. Beim Kabel kommt es auf die Länge und den Querschnitt an. Ein 3-poliges CEE- Verlängerungskabel mit Gummi-Mantel inklusive montierter Stecker und einer Länge von 20 Metern gibt es bei einem Kabelquerschnitt von 1,5mm beispielsweise bereits für unter 50 Euro, das gleiche Kabel mit einem Querschnitt von 2,5mm kostet knapp 80 Euro.

Ab 120 Euro kostet ein galvanischer Isolator, für die Sicherungen fallen weitere 100 Euro an. Hinzu kommen die Kosten für Kabel, Verbindungen und Steckdosen. Unterm Strich kosten die Komponenten also ab 300 Euro.

Jens´ Tipp: So planen Sie die Nachrüstung

Jens

Wer einen Boot Landanschluss nachrüsten will, der sollte sich mit der DIN EN ISO 13297 „Kleine Wasserfahrzeuge – Elektrische Systeme – Wechselstromanlagen“ vertraut machen, einer Norm, die sich mit dem Personenschutz, der Sicherheit von elektrischen Systemen und dem Brandschutz auf kleinen Wasserfahrzeugen befasst. Die DIN EN ISO 13297 regelt, wie man Landstrom nachrüsten und Landstrom anschließen kann.

Wer kein ausgebildeter Elektriker ist, sollte diese Arbeit aber besser dem Fachmann überlassen, der obendrein einen sogenannten Schaltplan Landanschluss Boot erstellen sollte - für spätere etwaige Reparaturen. Um Kosten zu sparen, kann man diverse Vorarbeiten selbst erledigen, wenn man auf seinem Boot Landstrom nachrüsten will. Beispielsweise berechnen, welches Kabel für Landanschluss notwendig ist, die Anschlussdose einbauen, den Sicherungskasten anbringen, das Ladegerät montieren - und die Leitungen zu den Steckdosen verlegen.

Die Installation des Landstromanschlusses

Eines vorweg: Halbwissen und Strom sind eine gefährliche Kombination. Auch wenn den Landanschluss Boot nachrüsten keine „rocket science“ ist, sollte nur derjenige, der über das entsprechende Fachwissen verfügt, sich selbst daran trauen - allein aus versicherungstechnischen Gründen. Zuerst gilt es natürlich, den perfekten Ort für den Einbau des Landstromanschlusses zu finden, im Idealfall witterungsgeschützt. Bei den meisten Booten befindet er sich am Heck oder im Cockpit. Unweit des Anschlusses, unter Deck, sollte auch der Sicherungskasten Platz finden, von dem die 230V-Kabel verlegt werden. Zur Dokumentation empfiehlt es sich, die Installationsanordnung zu skizzieren und mit der Kennzeichnung Schaltplan Landanschluss Boot abzulegen. Jetzt kann die Installation beginnen.

Sicherheitsmaßnahmen und Vorbereitung

Bevor man den Landstrom anschließen kann, sollten alle Komponenten installiert sein. Wichtig bei der Wahl der 230V-Leitungen ist, dass keine Kabel mit starren Drähten verwendet werden, da sie durch Vibrationen brechen können. Die Kabel müssen aus einzelnen flexiblen Drähten, sogenannten Litzen, bestehen, die wiederum mit Aderendhülsen versehen werden. Lötverbindungen sind ungeeignet. Der Querschnitt der 230V-Kabel muss mindestens 2,5 Quadratmillimeter betragen. Wer Landstrom Boot nachrüsten will, sollte die Kabel zu den Steckdosen durch ein flexibles Schutzrohr führen, das temperaturresistent, UV- und ölbeständig sowie wassergeschützt ist. An den Steckdosen ist zu beachten, dass die Kabelführung von unten ins Gehäuse verläuft, damit keine Feuchtigkeit am Kabel entlang ins Innere rinnen kann.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Installation

Wenn alle Steckdosen montiert und die Stromleitungen in ihren Schutzrohren verlegt sind, kann der Profi mit dem Anklemmen der Kabel beginnen. Wichtig ist, den Strom auf dem Boot abzustellen. Hauptschalter aus und zur Sicherheit die Batterien abklemmen. Auch darf das Boot nicht mit dem Landstrom verbunden sein. Zwischen dem Landstromanschluss Boot und dem Sicherungskasten sollten nicht mehr als ein Meter Kabel liegen. In dem Sicherungskasten laufen nun alle 230V- Leitungen zusammen, abgesichert durch den sogenannten Fehlerstrom-Schutzschalter (auch FI- oder Personenschutzschalter genannt). Ein Schutzschalter ist vorgeschrieben, wenn man Boot Landstrom nachrüsten will.

Einbindung in die Bordelektrik

Beim Landanschluss Boot nachrüsten wird vom Sicherungskasten eine Leitung zum Batterieladegerät gelegt, das die Bordbatterien speist. Moderne, leistungsstarke Batterieladegeräte können mehrere Batteriebänke gleichzeitig laden, beispielsweise die Starterbatterie und die Servicebatterie, und eignen sich für nahezu jeden Batterietyp - eingeschlossen Lithium-Ionen-Batterien. In einem letzten Schritt beim Landanschluss Boot nachrüsten muss der Schutzleiter des Wechselstroms mit der Schiffserde verbunden werden. Das ist Vorschrift. Als Schiffserde kann der Minuspol der Bordbatterie oder der Motor genutzt werden, bei Metallyachten auch der Rumpf. Wenn das Boot am Landstromnetz angeschlossen ist, kann ein galvanischer Stromfluss entstehen.

Und der muss unterbunden werden. Denn dieser Strom kann eine elektrochemische Reaktion auslösen, bei der Metallteile wie Propeller, Ruder oder Seeventile korrodieren. Um die sogenannte galvanische Korrosion zu verhindern, gibt es zwei Möglichkeiten. Die günstigere ist ein galvanischer Isolator, auch „Zincsaver“ genannt. Aber wie funktioniert ein galvanischer Isolator auf einem Boot eigentlich? Der galvanische Isolator wird in die Erdleitung zwischen Boot und Landstromnetz eingebaut und blockiert den Stromfluss durch kleine Gleichspannungen, die die Hauptursache für galvanische Korrosion sind, lässt jedoch größere Wechselströme passieren. Die Alternative ist ein Trenntrafo, der eine Schutztrennung im Boot Landanschluss zwischen dem Stromnetz der Marina und dem Bordnetz bildet. Er ist die konzeptionell sauberste Lösung – aber auch die teuerste.

Häufige Fehler

Die häufigsten Fehler bei der Installation von Landstrom Boot liegen in der Wahl unzureichender oder nicht aufeinander abgestimmter Komponenten. So dürfen keine Kabel mit unterschiedlichen Querschnitten kombiniert werden, denn ein zu dünner Kabelquerschnitt führt zu Spannungsverlusten. Im schlechtesten Fall kommen also statt 230 nur noch 200 Volt an Bord an. Eine häufige Fehlerquelle sind auch schlecht verarbeitete Anschlüsse oder korrodierte Leitungen. Wichtig ist, das Bordnetz entsprechend den Anforderungen abzusichern. Mit einem kombinierten FI/LS-Schutzschalter, passend zur Stromstärke (beispielsweise 16A), ist man auf der sicheren Seite. Zur Ergänzung bietet sich ein Überspannungsschutz an, der Spannungsspitzen beim Landstrom abfedert, die die Elektronik an Bord beschädigen könnten.

Landanschluss Boot

Jens´ Tipp: In Sachen Elektrik nicht sparen!

Jens

Als Langfahrtsegler sollte man ein Universaltalent sein. Aber leider trifft das nicht immer zu. Elektrik ist so ein Thema, vor allem, wenn es um 230 Volt geht - wie beim Landstrom Boot. Ein Schlag kann tödlich enden, eine gesparte Sicherung oder minderwertiges Material einen Brand auslösen. Mitten auf dem Ozean will man das nicht. Von daher haben wir an Bord zwei Regeln: Erstens, im Zweifelsfall einen Fachmann fragen. Und zweitens, nicht an der falschen Stelle sparen.

Denn wer billig kauft, zahlt am Ende doppelt. Leider haben das die Voreigner unserer Moody 425, gebaut 1988, nicht immer beherzigt. Und wir haben jetzt den Salat - den Kabelsalat. Was ich damit sagen will: Heikle, sicherheitsrelevante Aufgaben darf man getrost Fachleuten überlassen, auch wenn es am Ego und dem Geldbeutel kratzt.

Sicherheit und Wartung

Wer den Landstromanschluss Boot sauber installiert hat, kann nun die Verbraucher an das verlegte 230V-Netz anschließen und gleichzeitig seine Batterien laden. Allerdings muss immer darauf geachtet werden, nicht zu viele „Stromfresser“ gleichzeitig zu betreiben, um eine Überlastung des Bordnetzes zu verhindern. Ein installiertes Energiemessgerät kann dabei helfen, den aktuellen Verbrauch im Blick zu behalten. Zu bedenken ist, dass 230 Volt in der feuchten Umgebung eines Bootes immer ein Risiko darstellen - wenn auch ein kalkulierbares. Trotzdem ist es erforderlich, den Landstromanschluss regelmäßig zu kontrollieren. Vor allem auf Feuchtigkeit.

Schutz vor Überlastung und Kurzschlüssen

Der Landstromanschluss muss regelmäßig überprüft werden, um Schäden an Bord oder Gefahren wie Brände oder elektrische Schläge zu vermeiden. Ein Blick auf den FI-Schutzschalter, der gegen elektrische Schläge und Fehlerströme schützt, ist daher genauso angebracht wie eine Überprüfung des LS-Schalters, der wiederum vor Überlastung und Kurzschluss bewahrt. Sind optische Veränderungen erkennbar, zum Beispiel durch übermäßige Wärmeentwicklung oder Feuchtigkeit, sollten die Schutzschalter vorsorglich ausgetauscht werden. Der beste Schutz vor Überlastung und Kurzschlüssen sind hochwertige Komponenten wie wasser- und UV- beständige Kabel und sauber angeschlossene Leitungen.

Regelmäßige Inspektion der Anlage und Austausch verschlissener Teile

Regelmäßig sollten alle Kabelanschlüsse auf Korrosion überprüft werden. Auch empfiehlt es sich, die Kabel abzutasten, ob es Knicke oder Brüche gibt. Werden die Kabel ungewöhnlich warm, sollten sie ausgetauscht werden. Das gleiche gilt für den Sicherungskasten. Lockere Schrauben oder Wärmeentwicklung können auf Probleme hinweisen. Meistens sind Fehler aber auf das Landstromkabel zurückzuführen, entstanden durch unsachgemäße Lagerung oder durch Belastungen auf dem Steg. In jedem Fall gilt: Verschlissene Teile sind rechtzeitig auszutauschen.

Tipps für die sichere Nutzung an Bord

Wer die Schutzschalter und den galvanischen Isolator fachmännisch installiert hat, ist eigentlich auf der sicheren Seite. Dass der Isolator nicht einwandfrei funktioniert, ist eher unwahrscheinlich. Er ist außer durch Blitzschlag kaum zerstörbar. Wie funktioniert ein galvanischer Isolator auf einem Boot noch einmal? Um zu testen, ob der Isolator arbeitet, kann mit einem Multimeter in Diodentestbetrieb die Spannung gemessen werden. In beide Richtungen sollte sie auf etwa 0,9 Volt ansteigen und dort bleiben. Nachdem der Kondensator entladen wurde, sollte sie von 0 wieder auf den vorherigen Wert steigen.

Landanschluss Steg

Jens` Fazit & persönlicher Tipp

Jens

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Ein Landstromanschluss gehört zur Grundausstattung einer Fahrtenyacht. Zugegeben, wir nutzen ihn nur selten. Das liegt aber daran, dass wir kaum in einer Marina liegen und über unsere Solarpanels genügend Strom produzieren. Im Mittelmeer und in der Karibik ist das meistens möglich. Trotzdem ist der Landstromanschluss ein wichtiges Backup. Während einer mehrtägigen Schlechtwetterphase waren einmal unsere Lithiumbatterien fast leer gesaugt, zur Überbrückung wollten wir den Motor anwerfen, um über die Lichtmaschine Strom zu generieren. Doch die Maschine war defekt. Ohne den Landstromanschluss wären wir aufgeschmissen gewesen. So konnten wir uns einen transportablen Generator leihen und ihn über den Landstromanschluss anschließen. Die Situation war gerettet.

Entscheidungshilfen für Bootsbesitzer

In den meisten Revieren reicht ein Landstromanschluss für die Versorgung der Bordbatterien vollkommen aus. Wer beispielsweise in der Ostsee segelt und abends einen Hafen ansteuert, braucht nur selten alternative Energiequellen wie Solar oder Wind. Und für den Notfall gibt es ja noch immer die Lichtmaschine. Vor Ort im Hafen finden sich an den Liegeplätzen meistens Säulen mit Steckdosen, meist genormt für 16- oder 32-Ampere-Anschlüsse. Mit einem passenden Landstromkabel wird das Boot angeschlossen. Die Bezahlung erfolgt, abhängig vom Hafen, über Münzeinwurf, Karten oder Apps. Nach Aktivierung fließt Strom für Bordgeräte wie Licht, Kühlschrank oder Ladegeräte. Immer darauf achten: Kabel und Adapter müssen den Anforderungen entsprechen, damit die Sicherheit gewährleistet ist.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Ausrüstung wird für einen Landstromanschluss benötigt?
Für den Landstromanschluss eines Segelbootes werden ein geeignetes Landstromkabel mit genormten Steckern (meist 16 A CEE-Stecker) und gegebenenfalls passende Adapter benötigt. Das Kabel sollte UV- beständig und ausreichend lang sein, um die Entfernung zur Stromsäule im Hafen zu überbrücken. Eine Bordstromanlage mit Landstromeinspeisung und FI-Schutzschalter ist essenziell, um Landstrom nutzen zu können. Zusätzlich sind Spannungsanzeigen oder Ladegeräte hilfreich, um den Stromfluss zu überwachen und die Batterien effizient zu laden.
Wie schließe ich ein Boot an Landstrom an?
Verbinden Sie das Kabel zunächst mit der Steckdose des Bootes und stecken Sie anschließend den CEE-Stecker in die Stromsäule ein. Aktivieren Sie den Stromfluss durch Einwurf von Münzen, Kartenzahlung oder App, je nach System des Hafens. Achten Sie darauf, dass alle Geräte an Bord ausgeschaltet sind, bevor der Strom aktiviert wird. Beachten Sie die maximale Leistung, um Überlastungen zu vermeiden.
Was ist bei der Nutzung des Landstroms in Bezug auf Sicherheit zu beachten?
Die Sicherheit beim Landstromanschluss ist entscheidend. Verwenden Sie ein hochwertiges, wasserdichtes Landstromkabel mit intakten Steckern und achten Sie auf eine korrekte Verbindung zur Stromsäule. Ein FI-Schutzschalter an Bord ist unerlässlich, um vor Stromschlägen und Fehlerströmen zu schützen. Prüfen Sie vor dem Anschluss die Steckdosen und Kabel auf Beschädigungen. Überlasten Sie den Anschluss nicht – beachten Sie die maximale Leistung der Stromsäule. Trennen Sie vor dem Abstecken immer zuerst die Verbindung am Boot, um Kurzschlüsse zu vermeiden.
Über Jens:

Über Jens:

Jens Brambusch, Jahrgang 1972, arbeitete als Reporter für die Financial Times Deutschland und das Wirtschaftsmagazin Capital. Seit 2018 lebt er auf einer Moody 425, der Dilly-Dally - zunächst im Mittelmeer, 2022 brach er mit Freundin, Hund und Katze in die Karibik auf. Seitdem hat er knapp 30.000 Seemeilen zurückgelegt. Brambusch hat mehrere Segelbücher verfasst, ist regelmäßiger Autor beim Floatmagazin und veröffentlicht auf dem YouTube-Kanal „Sailing Dilly-Dally“ Videos über sein Segelabenteuer.

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