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Kleiner Ratgeber zum Thema Dyneema Tauwerk

Vor einigen Jahren war es noch Gang und Gebe, dass fast jede Segelyacht mit sehr vielen Stahlbeschlägen sowie Drahtseil an allen Ecken und Enden ausgestattet war. Nicht nur Beschläge wie zum Beispiel auch das gesamte laufende Gut sowie teilweise auch der traditionelle Schäkel können heute durch modernste Tauwerk-Innovationen ersetzt werden. Warum ist das so? Der Grund hierfür ist simpel: Tau ist leichter als Edelstahl und Drahtseil und besitzt teilweise sogar eine höhere Bruchlast. Dies ist vor allem bei Yachten, die Rennen und Regatten mitsegeln schnell spürbar, denn eine merkliche Gewichtseinsparung am Rigg bewirkt eine Einsparung von mehreren Hundert Kilo am Hebelarm des Riggs. Eine maritime Grundregel besagt, dass jedes zusätzliche Kilo Gewicht im Rigg mit ca. 7 Kilogramm zusätzlichem Ballast kompensiert werden müssen um das aufrichtende Moment konstant zu halten.

Dyneema Mood

Das Ziel: Mehr Leistung durch weniger Reck im laufenden Gut

Neben einem richtig getrimmten Rigg erfolgt eine Performance-Steigerung Ihrer Yacht vor allem auch über das laufende Gut denn dieses bestimmt über Anstellwinkel, Twist und Liekspannung die Profile der Segel. Je reckarmer Schot, Fallen und Trimmleinen sind, desto besser und konstanter kann die Spannung der Fallen auf gleichbleibend hohem Niveau gehalten werden und desto weniger müssen Sie Ihre Fallen immer wieder nachsetzten auch wenn die Windgeschwindigkeit zunimmt. Je mehr sich das laufende Gut dehnt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei zunehmenden Wind, wichtige Liekspannung verloren geht und Ihr Segel in Böen vertrimmt und bauchig wird. Als „bauchiges“ Segel bezeichnet man ein Segel mit extrem stark gewölbtem Profil welches wenig Vortrieb und viel Widerstand erzeugt. Vor allem bei starkem Wind sollte dies vermieden werden und das Segel flach getrimmt sein, denn so leistet es weniger Widerstand. Außerdem wandert die Profiltiefe des Segels bei zu viel Reck nach Achtern was das Achterliek schließt und somit Fahrt kosten.

Die Lösung: die Hochleistungsfaser Dyneema

In den 80er Jahren erfindet die Firma DSM synthetisch hergestellte Faser Dyneema die über extrem starke Zugfestigkeit und eine sehr geringe Bruchdehnung verfügt. Dies erfolgt durch „Ultra-High Molecular Weight Polyethylene (UHMwPE)“ also Material aus extrem hoher molarer Masse und gedehnten Molekülketten.
Das besondere Geheimnis von Dyneema liegt genau in diesen extrem langen Molekülketten, welche die Last besser an das Polymergerüst übertragen können. Tauwerk aus Dyneema kann somit bis zu 5-mal die Zugfestigkeit von zum Beispiel Polyestertauwerk erreichen und ist bei gleicher Dicke genauso zugfest wie Stahl. Zusammengenommen weist Dyneema die niedrigste Bruchdehnung aller Synthetik Fasern auf. Außerdem schwärmen Spleißer von Dyneema Tauwerk, denn das Takeln und Spleißen ist angenehm. Ein weiterer Vorteil des Einsatzes von Dyneema Tauwerk an Bord einer Yacht ist seine Schwimmfähigkeit, denn es ist leichter als Wasser sowie seine UV-Beständigkeit. Der einzig nennenswerte Nachteil von Dyneema Tauwerk besteht in seiner dauerhaften Längendehnung unter hoher Belastung, dem sogenannten „Kriechen“.


Dyneema ja! Doch welches nur?

Seit der Erfindung des Hochleistungstauwerkes Dyneema hat die niederländische Firma DSM die Faser schon mehrfach optimiert und verändert. Der erste Fasertyp wurde als SK 60 bezeichnet. Die Weiterentwicklungen heißen dann SK 75, 76, 78, 90, 95 und 99. SVB bietet Ihnen bestes Tauwerk mit Dyneema Fasern von der Bremer Traditionsfirma Gleistein an. Für den Einsatz auf Yachten werden fast ausschließlich geflochtene Tauwerke hergestellt, normalerweise mit einem Kern-Mantel-Geflecht, wobei der Kern die Last des Taus auf sich nimmt und ein Mantel den Kern sozusagen „beschützt“. Wir bieten Ihnen Tauwerk sowohl aus reiner, beschichteter Dyneema Faser an, dem Gleistein DYNA ONE als auch Tauwerk mit Dyneema Kern und Polyester Mantel. Der Dyneema Kern verringert das Recken der Schot, der Mantel um den Dyneema Kern sorgt dafür, dass das Tauwerk auf Winschen, Klemmen und in Stoppern mehr Gripp erhält und sicherer gehalten wird. Der Mantel hat in diesem Fall keine Lasttragende Funktion. Wichtig für die Qualität des Kernes sind die Flechtung sowie seine Nachbearbeitung. Normalerweise wird ein Zwölf- oder Sechzehnfach-Geflecht für den Kern eingesetzt. Bei Zwölffach-Geflecht liegen die einzelnen Faserstränge mehr in Belastungsrichtung als beim Sechzehnfach-Geflecht – die einzelnen Faserstränge umschlingen sich somit weniger und es ist bei einer gegebenen Länge und Stärke des Kerns mehr Fasermaterial enthalten, was den Reck der Schott vermindert.

Tauwerk mit Dyneema

Ich segle meistens am Wochenende...

Welches Dyneema Tauwerk nun am besten zu Ihnen und Ihrer Yacht passt, entscheidet Ihr Leistungsanspruch und Ihre Segelgewohnheiten. Für Wochenend- und Freizeitssegler bieten sich im niedrigeren Preisbereich wie zum Beispiel die Klassiker „CUP“ oder „HARKON“ auch Tauwerk ohne Dyneema Faser an, da hier in der Regel keine Hochleistungssegel zum Einsatz kommen.

Ich segle oft und auch mal mehrere Tage und Wochen am Stück...

Wenn man als Fahrten- und Hochseesegler mehrere Tage oder gar Wochen bei starkem Wind und rauer See segelt, steigen auch die Anforderungen an das laufende Gut. Fallen und Schoten werden hier oft punktuell an Fallscheiben, Stoppern und Winschen extrem stark beansprucht, was die Faktoren Abriebfestigkeit und Langzeitdehnung des Tauwerks bei seiner Auswahl in den Vordergrund rücken. Hier raten wir Ihnen unbedingt zu Fallen und Schot mit reinem Dyneema Kern im 12-Geflecht, wie zum Beispiel das von uns zusammen mit der Firma Gleistein entwickelte CRUISE XP Tauwerk. Dies garantiert die Fallspannung auch über einen längeren Zeitraum, ist in verschiedenen Farben und Stärken erhältlich und bietet zudem ein optimales Preis-Leistungsverhältnis.

Ich bin Hochleistungs- und Regattasegler...

Das Segeln von Regatten ist ein Hochleistungssport, der Seglern große Ausdauer, Erfahrung und Performance abverlangt. Nicht nur Teamwork, sondern auch beste Materialien und vor allem Tauwerk sind gefragt.
Als Regattasegler benötigen Sie natürlich laufendes Gut mit minimalen Reck und einem möglichst geringen Toppgewicht. Der geringe Reck wird über den Dyneema Faser Kern gewährleistet. Der äußere Mantel sollte derweil unbedingt für bestmöglichen Halt in den Beschlägen sorgen.
Um noch mehr Gewicht zu sparen bieten wir unseren Regattaseglern unser federleichtes TAPERTWIN von Gleistein an. Dieses, speziell für Regatta- und Rennyachten hergestellte Gut mit 12-fach Kern ist beschichtet und stellt somit ein ideales Tauwerk zum entmanteln und verjüngen dar um noch mehr Gewicht zu sparen. Es eignet sich perfekt für die Anwendung als Fallen und Schoten – im Großsegel, Fock, Gennaker und Spi.
Ein weiterer Top-Seller im Bereich Tauwerk für Regatten ist unser Topklasse Tauwerk DYNA ONE von Gleistein. Bei diesem Tauwerk handelt es sich um ein reines Dyneema 12-fach Geflecht, mit Spezialbeschichtung und ohne Ummantelung. DYNA ONE bietet die Festigkeit und Bruchlast eines Drahtseils bei einem Achtel der Masse. Vor allem als Kontroll-, Trimm- und Takelleine kommt es auf Rennyachten am Segel zum Einsatz. Der fehlende Mantel spart hier nicht nur Gewicht sondern lässt das Gut auch leichter durch Blöcke und Umlenkungen laufen.



Tauwerk im Einsatz

Dyneema Tauwerk Spleißen

Dyneema Tauwerk sollte gespleißt, nicht geknotet werden, denn durch Knoten verliert die Dyneema Faser über 50% ihrer Bruchlast und muss somit also größer dimensioniert werden. Durch einen richtig ausgeführten Spleiß wird sichergestellt, dass die lineare Seilfestigkeit mit dem geringsten Verlust realisiert werden kann. Durch einen extra Mantel zwischen Kern und Außenmantel kann eine Fall an einigen Stellen (zum Beispiel die, die auf Winschen und Stoppern liegen) von unseren professionellen Spleißern verdickt werden. So erspart man sich zusätzlichen Balast einer stärkeren Fall. Bei Schoten hingegen wird die generell dicker gewählte Schot meist segelseitig verjüngt. Generell kann Dyneema Tauwerk sehr gut gespleißt werden, egal ob es sich um einen Augspleiß, Kauschspleiß oder eine Tauverbindung handelt. Hier eine Dyneema Vergleichstabelle der Festigkeit von Spleißen versus Knoten bei einem Seildurchmesser von 16mm.


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