lang-de
English
Nederlands
Français
Italiano
Español

Warenkorb

Menü
Was ist SSB-Seefunk?

Alles, was Sie über SSB-Seefunk wissen müssen

Für viele Weltumsegler ist eine Kurzwellenfunkanlage nach wie vor ein Muss an Bord, denn mit solch einer SSB-Seefunkanlage kann über sehr große Distanzen gefunkt werden. Besonders auf nautisch anspruchsvollen Seepassagen ist der der Wunsch nach Austausch mit anderen Seglern nur allzu verständlich. Zusätzlich zum Sprechfunk können über ein Pactor-Modem E-Mails versendet und Wetterinformationen empfangen werden. Voraussetzung für einen störungsfreien Anlagenbetrieb ist die sorgfältige Installation aller Komponenten. Welche Komponenten Sie benötigen und worauf Sie bei der Montage achten sollten erfahren Sie in unserem SSB-Seefunk-Guide.

Jetzt SSB-Funkgeräte & Zubehör entdecken »

Was ist SSB-Funk?

Die Abkürzung SSB kommt aus dem Englischen und steht für Single Side Band. Im Deutschen findet man auch die Abkürzung ESB - Einseitenband(Modulation). Ein SSB-Funkgerät moduliert eine spezielle Art von Wellen beim Funken, man spricht auch von Kurzwellenfunk. Eine Kurzwellenfunkausrüstung auf Schiffen ist ein Bestandteil des Global Maritime Distress and Safety System (GMDSS), das im Rahmen von SOLAS, dem internationalen Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See eingerichtet wurde.

Seefunk über Ultra-Kurzwelle (UKW) oder Kurzwelle (KW) – Was ist der Unterschied?

Unter den Begriff Seefunk fallen sowohl Ultra-Kurzwelle (UKW) als auch Kurzwelle (KW). Der jeweilige Unterschied besteht in der Nutzung unterschiedlicher Frequenzbereiche. Die Reichweite von UKW hört bei ca. 25 Seemeilen auf. Kurzwellenfunk hingegen deckt durch die Reflexion an der äußeren Lufthülle der Erde (Ionosphäre) auch weitere Entfernungen ab. Man spricht auch von HF-Radios, also High Frequency Radios bzw. High Frequency (HF) Marine Radios. UKW- und KW-Funkgeräte können mit derselben MMSI Nummer betrieben werden. Für die Anschaffung einer SSB-Funkanlage muss keine separate MMSI Nummer beantragt werden.

SSB Funk

Die Vorteile einer SSB-Seefunkanlage

Der Kurzwellenbereich wird neben dem Seefunk auch für den Flugfunk auf Langstrecken sowie im Militär- und Amateurfunk verwendet und ist daher Krisensicher. Für den Seefunk macht eine SSB-Funkanlage vor allem für Langfahrtensegler Sinn, da man so fast auf der ganzen Welt Funksignale senden und empfangen kann. Auch bei kniffligen Passagen stellt SSB-Funk und das weltweite Funknetz eine Möglichkeit zum Austausch mit anderen Seglern dar und es kann Bruch- und Reparaturberatung oder sogar medizinische Hilfe gegeben werden. Über die Kurzwellenfrequenz *pre ARC Radio Net 8.297* können sich Segler mit SSB-Funk austauschen. Eine gleichnamige Facebookgruppe ermöglicht auch an Land den Austausch von User zu User.

Jetzt SSB Marine Network Facebookgruppe beitreten »

Ein Iridium Satellitentelefon ist eine gute Ergänzung zur SSB Anlage mit Pactor. Die Online-Kosten eines Satellitentelefons sind deutlich geringer, wenn bereits ein SSB Funkgerät mit Pactor Modem vorliegt. Sollte ein Notfall eintreten, der Sie zwingt Ihr Schiff zu verlassen, stellt ein Iridium Telefon ein gutes Kommunikationsmittel für die Rettungsinsel dar.

Auch der Funkverkehr auf Regatten erfolgt oft über Kurzwelle. Bei der World ARC, Oyster World Rally oder dem Sydney Hobart Race beispielsweise besteht eine Ausrüstungspflicht für Kurzwelle. Weitere Regatten/Rallyes auf der ganzen Welt werden durch den World Cruising Club organisiert.

Soll ich ein SSB-Amateurfunkgerät oder ein SSB-Seefunkgerät kaufen?

Für welches Gerät Sie sich entscheiden hängt zunächst einmal davon ab, welche Funklizenz Sie haben: Amateurfunklizenz (HAM) oder eine Seefunklizenz (LRC). SSB-Amateurfunkanlagen sind in der Anschaffung meist günstiger als SSB-Marinefunkgeräte, die Amateurfunklizenz ist jedoch deutlich umfangreicher und aufwändiger zu erlangen als eine Seefunklizenz, auch Long Range Certificate (LRC) genannt. So werden bei der Amateurfunk-Ausbildung auch elektrotechnische Grundkenntnisse vermittelt.

Die hochpreisigeren SSB-Marinefunkgeräte verfügen dagegen oftmals über eine DSC-Funktion. DSC steht für Digital Selective Calling oder zu Deutsch Digitaler Selektivruf. DSC ist ein Anrufverfahren im Seefunk, durch das mit akustischen und optischen Signalen auf eingehende Anrufe hingewiesen wird. Das ständige Überwachen des Funkverkehrs auf relevante Anrufe entfällt dadurch.

Die per DSC übertragenen Daten erscheinen auf dem DSC-Controller der angerufenen Funkanlage und werden zusätzlich in einem Speicher abgelegt, so dass sie jederzeit wieder abgerufen werden können. Für die DSC-Funktion wird eine separate Antenne benötigt. Für SSB-Seefunkgeräte empfehlen wir Ihnen zur Nutzung der DSC-Funktion unsere Aktiv-/DSC-Antenne AA-35.

Sowohl SSB-Amateurfunkgeräte als auch SSB-Seefunkgeräte nutzen Frequenzen zwischen 3 und 30 MHz. Amateurfunker können unter Beachtung von Frequenz-Nutzungsplänen die Frequenz in den Bereichen 1,8 / 3,5 / 7 / 10 / 14 / 18 / 21 / 24 / 28 MHz relativ frei wählen. Seefunker haben die festen Kanäle im Frequenzbereich 2 / 4 / 6 / 8 / 12 / 16 / 18 / 22 / 25 MHz. Hören darf man, egal welche Funklizenz man hat, auf allen Frequenzen.

SSB-Amateurfunkgeräte vs. SSB-Marinefunkgeräte

SSB-Amateurfunkgeräte SSB-Marinefunkgeräte
Lizenz Amateurfunklizenz (HAM) Seefunklizenz / Long Range Certificate (LRC)
Frequenzen senden 1,8 / 3,5 / 5 / 7 / 10 / 14 / 18 / 21 / 24 / 28 MHz 2 / 4 / 6 / 8 / 12 / 16 / 18 / 22 / 25 MHz
Frequenzen empfangen 0,5-30 MHZ durchgehend 0,5-30 MHZ durchgehend
Frequenzwahl Freie Frequenzwahl unter Beachtung von Frequenznutzungsplänen Vorprogrammierte Kanäle
Kosten Günstiger in der Anschaffung Teurer in der Anschaffung durch Zusatzfunktionen wie separater 2. Empfänger, abgesetztes Bedienteil, spritzwasserfestes Display. Anzeige der aktuellen Position bei angeschlossenen GPS Gerät. 150 Watt Sendeleistung.
DSC Nein Ja

Was ist bei der Installation von SSB-Funken zu beachten?

Das beste SSB-Funkgerät nützt nichts, wenn die Anlage nicht optimal installiert ist. Eine gute Installation muss verschiedene Punkte berücksichtigen:

1. Erdung

Eine kurzwellentaugliche Antenne muss im Normalfall eine symmetrische Form mit zwei Schenkeln haben. Da die meisten Schiffe Einmaster sind, kann der zweite Schenkel der unsymmetrischen Antenne über Tuner und Seewasser-Erdung ausgeglichen werden. Je nach Material des Rumpfes gibt es dazu verschiedene Möglichkeiten.

Erdung bei Schiffen mit Metallrumpf

Bei Schiffen mit Metallrumpf muss darauf geachtet werden, dass über den Tuner keine DC-Spannung am Rumpf anliegt. Auch bei einem Antifouling-Anstrich besteht mittels kapazitiver Kopplung noch Kontakt zum Seewasser. Verwenden Sie einen Elektrolyse Blocker oder DC-Blocker, wie den DCF-47, zur Verhinderung von Spannung am Rumpf.

SSB Elektroblocker
SSB Erdung

Erdung bei Schiffen mit GFK- und Holzrumpf

Für GFK- und Holzrümpfe gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Mit Erdungsplatten aus Bronzematerial, auch Ground Plates oder Dynaplates genannt, wird für den Erhalt der richtigen Masse und eine Entstörung gesorgt. Die Erdungsplatten sollten nur für die Tunererdung genutzt werden und nicht für andere Elektroinstallationen. Bei den Erdungsplatten ist es wichtig, eine für SSB-Funk ausreichende Größe zu wählen. Unsere rechteckigen Erdungsplatten mit den Maßen 300 x 80 x 13 mm eignen sich dafür bestens. Bei Holzrümpfen wird einfach die mitgelieferte Fiberglasplatte zwischen Erdungsplatte und Rumpf installiert. Erdungsplatten sollten niemals übergestrichen werden! Nach 6 Monaten können sich Algen und Muscheln auf der rauen Oberfläche des Bronzematerials bilden, was die Funktion der Erdungsplatten einschränkt. In diesem Fall müssen sie, am besten mit Hilfe einer Metallbürste, gereinigt oder aber gänzlich ersetzt werden. Man sollte die Erdungsplatten immer schwimmend anbringen, so können Sie die Schwämme auch ohne Kranen jederzeit deinstallieren und reinigen.

SSB Experte Jörg Drexhagen

SSB-Funk-Expertentipp

Unser SVB SSB-Funk-Experte Jörg Drexhagen, der mit seinem Fachwissen auch die ARC und World ARC unterstützt, empfiehlt Ihnen die Erdung bei GFK- und Holzrümpfen durch die Verwendung von SSB-Ground-Paint. Dabei handelt es sich um einen hoch konzentrierten, versilberten Kupferanstrich ohne Lösungsmittel, der für eine gute Erdung auf ca. 3 m² möglichst nah am Tuner, unterhalb der Wasserlinie in der Bilge oder im achterlichen Bereich aufgetragen wird. Hierbei stellt die gestrichene Fläche die eine Hälfte des Kondensators dar und das Seewasser die zweite Hälfte. Getrennt werden beide Hälften durch den Rumpf. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die gestrichene Fläche wartungsfrei ist. Sie kann nach Belieben mit Bootsfarbe übergestrichen werden und der Tuner kann durch ein breites Kupferband an die gestrichene Fläche angeschlossen werden. SSB-Ground-Paint dient nicht als Blitzschutzerde.

SSB Grundfarbe

KISS-SSB Erdungssystem

Eine dritte Möglichkeit bietet das KISS-SSB Erdungssystem. Es besteht aus einem 300 cm langen Schlauch mit 119 cm langer Zuleitung. In dessen Innerem sind Drähte für die jeweiligen Resonanzfrequenzen eingezogen. Das KISS-SSB wird an der Erdungsschraube des Tuners angeschlossen und lose im Rumpf verlegt. Wichtig ist, das Erdungssystem nicht zu dicht am spannungsführenden Kabel zu installieren. Das KISS-SS-Erdungssystem dient nicht als Blitzschutzerde.

2. Antennentuner

Zu jeder SSB-Funkanlage gehört ein Antennentuner. Im Kurzwellenbereich funken wir in einem großen Bereich von 2-30 Mhz, dieser Bereich soll mit einer Antenne abgedeckt werden (isolierter Achterstag oder Peitschenantenne). Diese Antennen haben je nach Länge eine Resonanzfrequenz. Um die Antenne außerhalb dieser Resonanzfrequenz nutzen zu können, verwendet man einen automatischen Antennentuner, der die Antenne elektrisch „verlängert“ oder „verkürzt“ und wieder in Resonanz bringt. Der Tuner sollte im Inneren, möglichst nah an der Antenne installiert werden. Bewährte Antennenlängen für den Achterstag sind 7,0 m bis 13,5 m und max. 17m. Die Antenne beginnt am Tunerausgang und das Zuleitungskabel zum Achterstag wird mit einberechnet.

3. Kabelverbindungen

Jede lose Verbindung und jede für die Übertragung von Kurzwellen-Leistung zu kleine Fläche wirkt sich negativ auf die Sende- und Empfangsqualität der SSB-Funkanlage aus. Es kann ein Risiko für Kurzschlüsse und Korrosionsstellen entstehen. Das Koaxkabel, das Funkgerät und Tuner verbindet, sollte dämpfungsarm sein. Das Verlöten von PL-Steckern darf keinen Kontakt zwischen Leiter und Abschirmung zulassen und es muss ausreichend Kontaktfläche für den Leiter geben. Als Antenne für Kurzwellenfunkanlagen wird meist ein Abschnitt des Achterstags elektrisch isoliert. Alternativ zu einem isolierten Achterstag kann auch die Glomex Fiberstabantenne verwendet werden. Wird der isolierte Achterstag als Antenne genutzt, ist es wichtig, über eine Achterstagklemme, auch Backstay Clamp genannt, eine gute Verbindung mit dem Hochspannungskabel herzustellen. Eine gute Verbindung entsteht durch eine große Kontaktfläche der Klemme zum isolierten Achterstag und einen wasserdichten Anschluss des Hochspannungskabels an Tuner und Antenne.

4. Installationsort

Beim Installieren von SSB-Funkgeräten mit Kurzwellenfrequenz sollten unbedingt die nötigen Abstände eingehalten werden, um Interferenzen oder Leistungseinbußen zu vermeiden. Dabei ist auch zu beachten, dass bereits die Zuleitung vom Antennentuner zum isolierten Achterstag strahlt. Zwischen Tuner und Antenne sollte unbedingt ein UV-beständiges GTO-15 Hochspannungskabel installiert werden. Ein Koaxkabel, das von einigen Werften an dieser Stelle installiert wird, hält den Tuner davon ab das Antennensystem richtig abzustimmen und ein Großteil der Leistung wird durch das geschirmte Koaxkabel nicht abgestrahlt. Das GTO-15 sollte mit Hilfe eines so genannten „Standoffs“ auf Abstand zum nicht isolierten Teil des Achterstags gehalten werden. Ein Kontakt bzw. eine zu enge Installation vom Hochspannungskabel am nicht isolierten Teil des Achterstags hat Leistungsverluste zur Folge.

Für Segelyachten mit Metallrumpf sollten großflächige Decksisolatoren beim Führen von Kabeln durch Metall eingesetzt werden, da sie ansonsten wie ein Kondensator wirken und die Leistung unter Deck verbleibt.

Grundsätzlich gilt, dass jede Art von Antenne an Bord für das beste Ergebnis so weit wie möglich von metallischen Objekten entfernt sein sollte. Für die Installation des Tuners ist die Nähe zur Erdung extrem wichtig.

SVB liefert Ihnen zu jeder gekauften SSB-Funkanlage ein ausführliches Installationshandbuch!

Die fertige Installation könnte dann so aussehen:

SSB Installation
  1. Achterstagklemme
  2. GTO-15 Hochspanungskabel
  3. Isolator
  4. Standoff
  5. GPS Antenne NMEA0183
  6. DCS Antenne AA-35
  7. ICOM Automatik Tuner AT-140
  8. SSB Ground Paint 3m2 (über Kupferband mit Tuner verbunden)
  9. IC-M802 Hauptunit
  10. IC-M802 Display
  11. Lautsprecher SP-24
  12. Notebook
  13. HF-Modem DR-7400
  14. Batterie/Stromversorgung

Datentransfer per Kurzwellenfunk – E-Mails an Bord empfangen

Gerade auf längeren Reisen kann es erwünscht sein, auch Daten an Bord zu erhalten, z.B. E-Mails, Wetterfaxe oder Wetter GRIB-Daten. Dies kann über ein Pactor-Modem realisiert werden. Das Modem wird über USB oder Bluetooth mit dem Transceiver und einem PC oder Laptop verbunden. Das Pactor-Modem wandelt dann die Computerdaten so um, dass sie via Kurzwelle übertragen werden können. Pactor-Modems werden von der deutschen Firma SCS hergestellt. In unserem Sortiment finden Sie das Modell DR-7400, das bereits das neue Pactor 4 Verfahren, auch P4 dragon genannt, verwendet, das zu einer hohen Geschwindigkeit beiträgt. Getoppt wird das Pactor-Modem DR-7400 nur noch durch das DR-7800, das auch über ein eingebautes Display verfügt und daher preislich um einiges teurer ist. Dieses Modell haben wir nicht in unserem Standardsortiment, bestellen es Ihnen jedoch gerne bei Interesse. Ein drittes auf dem Markt erhältliches Pactor-Modem ist das PTCIIIusb.

Zunächst wird dazu vom Besitzer des Pactor-Modems eine GRIB-Datei mit einer Angabe des Seegebiets und der benötigten Daten (Wellenhöhe, Windrichtung, Luftdruck, etc.) an die Landstation verschickt.

SSB Grib file

Die Landstation überträgt die Kurzwellendaten in das Internet. Nach einigen Minuten erhält das Schiff eine GRIB-Datei mit einer detaillierten Wettervorhersage für das gewünschte Gebiet und den benötigten Daten.

SSB Grib file

Ergänzend zum Wetterbericht für eine bestimmte Region als GRIB-Datei, kann man sich über das Pactor-Modem auch die Großwetterlage als Wetterfax schicken lassen.

SSB Wetterfax

Pactor-Modems werden von der deutschen Firma SCS hergestellt. In unserem Sortiment finden Sie das Modell DR-7400, das bereits das neue Pactor 4 Verfahren, auch P4 dragon genannt, verwendet, das zu einer hohen Geschwindigkeit beiträgt. Getoppt wird das Pactor-Modem DR-7400 nur noch durch das DR-7800, das auch über ein eingebautes Display verfügt und daher preislich um einiges teurer ist. Dieses Modell haben wir nicht in unserem Standardsortiment, bestellen es Ihnen jedoch gerne bei Interesse. Ein drittes auf dem Markt erhältliches Pactor-Modem ist das PTCIIIusb.

Dieses hat eine deutlich geringere Geschwindigkeit im Vergleich zum DR-7400 und ist daher bei uns nicht erhältlich. Um Ihr Pactor-Modem an Bord zu befestigen, finden Sie bei uns einen Montagesatz mit so genannten Pactor Brackets, Halterungen für den Auf- oder Unterbau des Modems auf Ihrer Yacht.

Ein Pactor-Modem hat noch weitere Vorteile: Mit einem Pactor-Modem und einer SSB-Anlage können Navtex Wettermeldungen empfangen werden. Ein separater Navtex Wetterempfänger wird nicht benötigt. Das gleiche gilt für Wetterfaxe. Auch kleine E-Mail Anhänge wie Bilder bis 50 KB können mit einem Pactor-Modem gesendet werden.

Mögliche Provider für den Datentransfer Ihres Pactor-Modems

Für die Nutzung des Pactor-Modems benötigen Sie einen Provider, der Ihnen das weltweite Netz an Funkstationen zur Verfügung stellt, und damit den Datentransfer erst möglich macht. Je nachdem, welche Funklizenz Sie haben kommen zwei Provider in Frage:

1. Winlink / RMS Express

Winlink ist ein Netzwerk, das kostenlos von und für Amateurfunker betrieben wird. Eine Registrierung zur Teilnahme an dem Verfahren ist nicht erforderlich, das Hinterlegen des Rufzeichens und setzen eines Passwortes in der entsprechenden Software ist ausreichend. Für jedes Rufzeichen ist die maximale Nutzungszeit auf täglich 30 Minuten beschränkt, um jedem Segler eine freie Frequenz zu bieten.

2. Sailmail

Sailmail kann von Seglern mit Seefunk Lizenz (LRC) genutzt werden. Im Gegensatz zu Winlink fallen jährlich Nutzungsgebühren von 275 US-Dollar an, da die Stationen professionell betrieben werden. Sailmail arbeitet sehr verlässlich und hat eine weltweite Abdeckung. Für die Nutzung ist eine Online-Registrierung nötig. Sailmail bietet seinen Nutzern für E-Mail und Wetter GRIB-Files eine maximale Nutzungszeit von 90 Minuten in der Woche.

Provider über Winlink - 30 Minuten am Tag
Keine Kosten
über Sailmail - 90 Minuten pro Woche
Kosten: US$ 275 pro Jahr
Stationen nahezu weltweit
(Lücke im Pazifik)
weltweit
Zuverlässigkeit gut sehr gut

Testanlage bei SVB in Bremen

Um ihre Funkanlage zu testen, hat SVB in Bremen eine Remotefunkanlage eingerichtet. Die Anlage deckt einen Frequenzbereich von 0,5-30MHz ab.

SSB Testanlage

Empfehlenswerte Frequenzen und Programme für den Kurzwellenfunk in Europa und Karibik pre ARC Radio Net

Über die Kurzwellenfrequenz pre ARC Radio Net 8297 khz in J3E/USB können sich Segler mit SSB-Funkgerät täglich austauschen. Eine gleichnamige Facebookgruppe ermöglicht den Austausch auch an Land.

Jetzt SSB Marine Network Facebookgruppe beitreten »

Wetter GRIB-Files & Software von WetterWelt

Wetter GRIB-Files erhalten Segler mit SSB-Funkanlage und Pactor Modem oder aber einem Iridium Telefon. Über eine spezielle Software von WetterWelt kann man das Angebot an Wetterdaten noch erweitern.

Chris Parker’s Weather Net

Im amerikanischen Raum ist Chris Parker sehr bekannt, der ebenfalls Wettermeldungen bzw. Wetterberatung über Kurzwelle macht und direkt über Kurzwelle mit den Seglern spricht. Er sendet ganzjährig um 2200 Uhr UTC auf der SSB Frequenz 8137 kHz und sendet gleichzeitig auf 12350 kHz, jeweils in J3E/USB.

Trans-Atlantic Radio Net

Das Trans-Atlantic Radio Net sendet täglich im Winter und Frühling um 2130 Uhr UTC, also immer eine halbe Stunde vor Chris Parker’s Weather Net auf der SSB Frequenz 12350 kHz.

DWD Wetterbericht

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine Kurzwellenfrequenz, über die Wettermeldungen in Sprachform übertragen und mit einer SSB-Anlage empfangen werden können. Die Sprachausstrahlung des Seewetterberichts wird auf 5905 kHz und 6180 kHz in AM zu folgenden Sendezeiten ausgestrahlt:

Nord- und Ostsee sowie deutsche Küstengebiete:

  • 06:00-06:30 UTC
  • 12:00-12:30 UTC
  • 20:00-20:15 UTC

Mittelmeer:

  • 16:00-16:30 UTC
  • 20:15-20:30 UTC

SSCA Net Callsign KPK

Viele deutsche Segler sind auch bei der amerikanischen Organisation SSCA angemeldet, die eine eigene Küstenfunkstelle betreibt mit dem Rufzeichen KPK. SSCA ist das Äquivalent zu Trans-Ocean in Deutschland. Hier organisieren sich Fahrtensegler viele auch mit SSB-Anlage an Bord. Es wird täglich um 1215 UTC (0715 EST oder 0815 EDT) auf der Frequenz 8104 khz in J3E/USB gesendet.

Med Net

Segler im Mittelmeerraum organisieren sich im Frühling, Sommer und Herbst von Montag bis Samstag im Med Net zum täglichen Austausch. Der Check-In läuft über Frequenz 6516 kHz. Danach wird auf die Frequenz 8131 kHz gewechselt und schließlich auf 12359 kHz in J3E/USB.

Where & When Propagation Tool

Um auch Anrufe vom oder ans andere Ende der Welt über SSB-Funk klar empfangen oder senden zu können, gibt es das Where & When Propagation Tool. Das Programm zeigt an, zu welcher Zeit und auf welcher Frequenz, in Abhängigkeit der eigenen aktuellen Position und der ungefähren Position des Gegenübers, ein Anruf besonders gut funktioniert.

SVB benutzt Cookies, um Ihnen Ihren Einkauf so einfach wie möglich zu gestalten. Mit der Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Erfahre mehr...  Ok