Ratgeber Handfunkgeräte

Ratgeber Handfunkgeräte

Funkgeräte zählen zur Sicherheitsausrüstung an Bord und lassen Sie darüber hinaus mit anderen Schiffen und der Küste in Kontakt bleiben. Handfunkgeräte sind auf dem Wasser deutlich zuverlässiger als ein Handy, das selbst im Küstenbereich nur begrenzten Empfang hat. Ein Funkgerät sollte daher auf keinem Boot fehlen. Erfahren Sie in diesem Ratgeber alle Vor- und Nachteile von Handfunkgeräten und wofür sie an Bord eingesetzt werden.

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Was ist ein Handfunkgerät?

Ein Handfunkgerät ähnelt vom Aussehen einem Walkie Talkie. Im Gegensatz zu fest installierten Funkgeräten auf Booten ist für Handfunkgeräte keinerlei Installation an Bord nötig. Handfunkgeräte haben einen integrierten Akku und eine eigene Antenne und funktioniert vollständig autonom, überall auf dem Boot.

Wann ist ein Handfunkgerät die richtige Wahl?

Sollten Sie vor der Entscheidung stehen, ob Sie ein Handfunkgerät kaufen oder lieber auf eine fest installierte Funkanlage an Bord setzen, raten wir Ihnen grundsätzlich immer zum Kauf einer Funkanlage. Ein Handfunkgerät stellt dann die richtige Wahl dar, wenn auf Ihrem Boot aufgrund von Größe und Ausstattung die Installation einer Seefunkanlage nicht möglich ist. Auch stellen Handfunkgeräte eine nützliche Ergänzung zu eingebauten Seefunkgeräten dar. Auf ein Handfunkgerät alleine sollten Sie sich nach Möglichkeit nicht verlassen.

Welches ist das beste UKW Handfunkgerät?

Handfunkgeräte für den Gebrauch an Bord gibt es viele. Unsere Kunden haben das COBRA UKW-Handfunkgerät am besten bewertet. Für das Einsteiger-Funkgerät zahlen Sie weniger als 100 Euro und bekommen ein zuverlässiges Basisgerät mit beleuchtetem Display und beleuchteter Tastatur und Anschlussmöglichkeit für ein externes Mikrofon. Als schwimmfähiges Handfunkgerät hat das Standard Horizon HX300E gut abgeschnitten. Das UKW-Handfunkgerät hat einen 220 V AC-Adapter, 5 Watt Sendeleistung und eine Rauschsperre. Hier sind sie mit etwa 150 Euro dabei. Falls Sie ein Modell mit DSC und GPS suchen, ist das ICOM IC-M93D das beste Handfunkgerät für Sie. Das leistungsfähige Handfunkgerät der Extraklasse bietet viele weitere Zusatzfunktionen, wie einen aktiven Noise Canceller und ein gut ablesbares Punktmatrix-Display. Es ist schwimmfähig und bietet eine Akkulaufzeit bis zu 9 Stunden. Ein Schnellladegerät ist im Lieferumfang enthalten. Für diese Ausstattungsmerkmale müssen Sie bei dem IC-M93D mit etwa 350 Euro Anschaffungskosten rechnen.

Kann ich Handfunkgeräte im Binnenfunk einsetzen?

Im Binnenbereich (ATIS – Kanalgruppe) ist der Einsatz von Handfunkgeräten in Deutschland grundsätzlich untersagt. Eine Ausnahme stellt die Verwendung von Handfunkgeräten auf Schiffen mit einer Größe von mehr als 20 Meter Länge dar. Auf diesen Schiffen können Handfunkgeräte für den Funkverkehr an Bord des Schiffes verwendet werden. In anderen europäischen Ländern, wie den Niederlanden, ist die Nutzung von Handgeräten im Binnenbereich erlaubt.

Kann ich Handfunkgeräte auf offener See verwenden?

Die Verwendung von Handfunkgeräten auf See ist gestattet. In einigen Handfunkgeräten sind sogar ein DSC-Controller und ein GPS-Empfänger verbaut, mit welchen Sie die DSC-Funktionalitäten nutzen und bei einem Seenotfall einen Hilferuf absetzen können. DSC-fähige Handfunkgeräte müssen vorab mit Ihrer persönlichen DSC- / MMSI-Kennung programmiert werden, die Sie in Deutschland bei der Bundesnetzagentur erhalten.

Welche Vorteile haben Handfunkgeräte?

Der größte Vorteil von Handfunkgeräten ist ihre Unabhängigkeit von Stromquellen an Bord. Wenn die Bootsbatterie schlapp macht oder die Elektrik an Bord z.B. bedingt durch einen Blitzeinschlag, das Eindringen von Wasser, ein Feuer oder einfach eine technische Störung ausfällt, funktioniert ein Handfunkgerät trotzdem. Handfunkgeräte haben ihre eigene, separate Antenne und Batterie, so dass sie auch noch einsatzfähig sind, wenn die Elektrik an Bord ausfällt. Wenn Ihr Boot sinkt und die Batterien bereits unter Wasser sind, können Sie mit einem Handfunkgerät immer noch Hilfe rufen. Ein weiterer Vorteil von Handfunkgeräten ist ihre Mobilität. Dadurch, dass Handfunkgeräte nicht an Bord verkabelt sind, können sie überall auf dem Boot verwendet werden, egal ob an oder unter Deck. Sie können sogar mit aufs Schlauchboot oder in die Rettungsinsel genommen werden.

Welche Nachteile haben Handfunkgeräte?

Handfunkgeräte haben den Nachteil, dass ihre Reichweite deutlich geringer ist als die von fest installierten Funkanlagen. Das liegt an ihrer geringeren Sendeleistung. Handfunkgeräte senden mit maximal 6 Watt. Die Reichweite von Handfunkgeräten im Seefunk liegt bei 5 W Sendestärke zwischen drei und acht Meilen. Zum Vergleich: fest installierte Seefunkanlagen haben je nach verwendeter Antenne eine Reichweite von 15-20 Meilen. Ein weiterer Nachteil von Handfunkanlagen ist die Einschränkung durch ihre Akkulaufzeit. Dabei ist zu beachten, dass sich eine größere Sendeleistung negativ auf die Akkulaufzeit auswirkt. Die Reichweite hingegen wird bei Handfunkgeräten mit 6W Sendeleistung im Vergleich mit Handfunkgeräten, die nur 1 W Sendeleistung haben nicht sehr stark vergrößert.

Zusammenfassung der Einsatzmöglichkeiten, Vor- & Nachteile von Handfunkgeräten

  • Handfunkgeräte sind ideal für kleine Boote oder als Ergänzung zu einer fest installierten Seefunkanlage. Im Binnenbereich sind Handfunkgeräte in Deutschland nicht erlaubt.
  • + Unabhängig von der Bordelektrik
  • + Kann überall auf dem Boot verwendet werden
  • - Reichweite bis max. 8 Meilen
  • - Einschränkungen durch Akkulaufzeit
Handfunk schwimmend

Brauche ich ein schwimmfähiges Handfunkgerät?

Bei Handfunkgeräten kann es im Gegensatz zu fest installierten Funkgeräten passieren, dass sie über Bord fallen. Aus diesem Grund haben einige Hersteller schwimmfähige Handfunkgeräte entwickelt. Diese Handfunken sind Wasserdicht nach IPX7, wonach sie 30 Minuten lang in einer Wassertiefe von bis zu einem Meter vor dem Eindringen von Wasser geschützt sind. Um die Schwimmfähigkeit der Handfunkgeräte zu gewährleisten, müssen sie ein leichtes Gewicht haben, das meist zulasten der Akkulaufzeit geht. Entscheiden Sie je nach Einsatzzweck des Funkgeräts, ob für Sie die Schwimmfähigkeit oder eine lange Akkulaufzeit Priorität hat. Wenn Sie an Bord die Möglichkeit haben, Ihr Handfunkgerät zu laden, reicht auch eine geringere Batterielaufzeit. Wenn Sie das Handfunkgerät an Land laden oder nur begrenzte Batteriekapazitäten haben, sollten Sie die Schwimmfähigkeit hintenan stellen und den Fokus auf die Batterielaufzeit legen.

Welche Akkulaufzeit haben Handfunkgeräte?

Handfunkgeräte werden mit einem integrierten Akku betrieben. Ihre Laufzeit ist daher begrenzt und sie müssen regelmäßig geladen werden. Üblicherweise beträgt die Batterielaufzeit von Handfunkgeräten zwischen sieben und 20 Stunden. Die Akkulaufzeit von Handfunkgeräten ist abhängig von der Größe der Funkgeräte. Je größer das Funkgerät, desto mehr Platz für die darin verbaute Batterie. Des Weiteren wird die Batterielaufzeit von der Sendefrequenz des Handfunkgeräts beeinflusst und davon, ob ein GPS Receiver in dem Handheld verbaut ist. Schwimmfähige Handfunkgeräte haben meist aufgrund ihrer leichten Bauweise eine geringere Batterielaufzeit. Wägen Sie ab, welches der beiden Features für Sie Priorität hat.

Welche Displayanzeige für mein Handfunkgerät?

Beim Display von Handfunkgeräten kann zwischen einem Sieben-Segment-LCD-Display und einem Punktmatrixdisplay unterschieden werden. Bei einem 7-Segment-LCD-Display wird jede Zahl mit bis zu sieben Strichen angezeigt, wodurch die Zahlen eckig dargestellt werden und die Anzeigemöglichkeiten begrenzt sind. Ein Punktmatrixdisplay nutzt statt sieben Strichen kleine Punkte, wodurch andere Muster angezeigt werden können und die Zahlen runder und besser lesbar sind. Punktmatrixdisplays unterscheiden sich in der Qualität ihrer Bildschirmauflösung durch die Anzahl der verwendeten Pixel.

Beispiel 7-Segment-LCD-Display

Beispiel 7-Segment-LCD-Display

Punktmatrixdisplay

Punktmatrixdisplay

Distress Button

Distress Button

Handfunkgeräte mit DSC und GPS

Einige Handfunkgeräte haben einen integrierten GPS-Empfänger, dessen Anzeige der Positionsdaten für die Navigation genutzt werden können. Handfunkgeräte mit GPS haben auch eine DSC-Funktion, die vor allem bei einem Seenotfall schnelle Hilfe garantiert. Mit einem Drücken der Distress-Taste wird ein Notruf mit den Informationen zu Boot, Bootsführer, Notfallkontakten und der genauen GPS-Position an die entsprechenden Küstenstellen sowie andere Boote mit DSC im näheren Umfeld ausgesendet. Zum Verwenden der DSC-Funktion wird eine so genannte MMSI-Nummer (DSC-Nummer) benötigt. Diese kann in Deutschland bei der Bundesnetzagentur beantragt werden. Über diese MMSI-Nummer können auch andere Boote mit DSC-Funkgerät angefunkt werden. Die MMSI-Nummer funktioniert in diesem Fall fast wie eine Telefonnummer.

Welche Ausstattungsmerkmale hat ein Handfunkgerät?

Handfunkgeräte werden inzwischen von den verschiedenen Herstellern mit einer Reihe von Funktionen ausgestattet. Wir möchten Ihnen einen Überblick verschaffen, welche Ausstattungsmerkmale am Markt verfügbar sind, so dass Sie vor dem Kauf eines Handfunkgeräts alle Informationen haben und entscheiden können, welche der Funktionen Ihnen wichtig sind.

1 Beleuchtung

Ein beleuchtetes Display erleichtert die Bedienung Ihres Handfunkgeräts. Zudem gibt es Handfunkgeräte mit beleuchteten Tasten. Achten Sie bei schwimmfähigen Handfunkgeräten auf die Funktion „Float’n Flash“. Bei Berührung mit Wasser fängt das Handfunkgerät durch diese Funktion automatisch an zu blinken, so dass Sie es leichter wiederfinden, wenn es über Bord geht.

2 Laden

Achten Sie beim Kauf darauf, wie das Handfunkgerät geladen wird. Alle Handfunkgeräte können bei 12 V geladen werden und werden. Ein entsprechendes Ladegerät ist im Lieferumfang enthalten. Zudem sind für einige Funkgeräte USB-Lader und Zigarettenanzünder-Ladegerät erhältlich. Ein 220 V AC-Adapter oder ein Schnellladegerät können ebenfalls eine sinnvolle Ergänzung sein.

3 Weitere Ausstattungsmerkmale

Weitere Merkmale, die für Sie beim Kauf eines Handfunkgeräts von Interesse sein könnten, sind die Anschlussmöglichkeit für ein externes Mikrofon, die Art des Akkus, eine Tastensperre-Funktion, eine Vorzugskanal-Funktion, ein Alarm bei sinkender Akkuspannung oder ein Noise Canceller zur Verbesserung der Sprachqualität.

Zusammenfassung der Funktionen & Ausstattungsmerkmale von Handfunkgeräten

  • Schwimmfähige Handfunkgeräte sind praktisch, haben aber eine geringere Akkulaufzeit
  • Die Akkulaufzeit von Handfunkgeräten wird von der Größe des Funkgeräts, der Sendeleistung, der Schwimmfähigkeit und einem verbauten GPS-Receiver beeinflusst und liegt zwischen 7 und 20 Stunden
  • Im Vergleich zum klassischen 7-Segment-LCD-Display hat ein Punktmatrixdisplay mehr Anzeigemöglichkeiten
  • Handfunkgeräte mit DSC und GPS sorgen für schnelle Hilfe im Notfall, schlucken aber mehr Akku
  • Überlegen Sie vor dem Kauf, wie wichtig Ihnen Ausstattungsmerkmale wie Beleuchtung, Schnellladegerät und Noise Canceller sind
Geschrieben von unseren SVB (Technik) Experten

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