Pflege und Wartung für Ankerwinden

Pflege und Wartung für Ankerwinden

Eine mechanische Ankerwinde, die per Knopfdruck oder mit Hilfe einer Kurbel Anker und Kette an Bord holt, sollte ab einer bestimmten Bootsgröße an Bord nicht fehlen. Um sicherzustellen, dass diese unerlässlichen Helfer ihre Dienste zuverlässig erfüllen, sollten Ankerwinden regelmäßig gewartet werden. Dabei hat jede Winsch ihre Eigenheiten und elektrisch betriebene Ankerwinschen haben gegenüber manuell betriebenen Modellen einen höheren Wartungsanspruch. Unser Ratgeber zum Thema Pflege und Wartung der Ankerwinsch beantwortet die wichtigsten Fragen und liefert hilfreiche Tipps.

Wie oft sollte eine Ankerwinde gewartet werden?

Hersteller von Ankerwinschen empfehlen generell eine regelmäßige Wartung ihrer Produkte. Um die maximale Effizienz der Ankerwinde zu erhalten, raten Hersteller zur sorgfältigen Einhaltung des jeweils vorgesehenen Wartungsplanes – das gilt natürlich besonders im Hinblick auf die Gewährleistung im Falle eines unerwarteten Defekts (Garantiebedingungen beachten). Mindestens aber einmal jährlich ist ein Check der Deckseinheit obligatorisch, der idealerweise im Winterlager durchgeführt wird.

Kann ich meine Ankerwinde selber warten?

Kleinere Pflegemaßnahmen erhalten die Funktionsfähigkeit einer Ankerwinsch dauerhaft und schützen vor bösen Überraschungen während eines Ankermanövers. Viele Wartungsaufgaben können von jedem Eigner leicht selbst durchgeführt werden. Dazu gehört neben dem Abspülen der Ankerwinde mit Süßwasser nach jedem Törn ein Blick auf das Ölschauglas. Bei dieser „Füllstandskontrolle“ lässt sich schnell erkennen, ob ausreichend Getriebeöl vorhanden ist und die Dichtungen zuverlässig abdichten. Außerdem gehört bei elektrisch betriebenen Ankerwinschen das Überprüfen der elektrischen Pole im Motorgehäuse zu den wiederkehrenden Aufgaben. Um einer beginnenden Korrosion vorzubeugen, werden die Kontakte gereinigt und anschließend mit Polfett behandelt. Generell sollte kontrolliert werden, ob der Motor trocken und rostfrei ist. Wer handwerklich begabt ist und gerne tüftelt, kann auch Wartungsarbeiten, bei denen es an das Zerlegen der Ankerwinde oder das Prüfen und Reparieren elektrischer Teile geht, selbst übernehmen.

Zusammenfassung Wartung & Pflege von Ankerwinden

  • Ankerwinden nach Wartungsplan, mindestens aber 1x jährlich warten
  • Reinigen & Füllstandskontrolle nach jeder Nutzung
  • Motorpole regelmäßig reinigen & fetten
  • Prüfen, ob Motor trocken & rostfrei ist

Wie werden Ankerwinden gewartet?

Neben den beschriebenen Maßnahmen, die man selbst durchführen kann, sollte die Ankerwinde einmal jährlich intensiv gewartet werden. Dabei wird das Gehäuse geöffnet, die Ankerwinde von innen gereinigt und die Mechanik leicht eingefettet. e Ankerwinde sollte dazu vollständig vom Deck entfernt werden, um Salzablagerungen auch unter dem Sockel abwaschen zu können. Alle Außenflächen und versteckte Bereiche können nun leicht mit Süßwasser gereinigt und von aggressiven Salzablagerungen befreit werden (Achtung, ein Hochdruckstrahl schadet unter Umständen der Mechanik). Drehende Teile der Ankerwinde müssen gefettet werden, das gilt insbesondere für die Reibungskegel und das Gewinde der Hauptwelle. Dazu empfehlen Techniker spezielles, dickes Marine Fett aus dem Fachhandel. Sind Anzeichen von Korrosion und mechanischer Beanspruchung erkennbar, empfiehlt sich ein Austausch der betreffenden Teile. Bei einem solchen Intensiv-Check folgt gleichzeitig ein Ölwechsel im Getriebe. Informationen über die jeweilige Füllmenge und Art des Öles liefern die Hersteller in der Regel auf ihren Webseiten. Lofrans verwendet beispielsweise für alle seine Ankerwinden Öl vom Typ SAE 90-140. Die Anschlüsse am Elektromotor, wenn vorhanden, sollten kontrolliert und alle Dichtungen ausgewechselt werden.

Zusammenfassung jährliche Intensivwartung von Ankerwinden

  • Gehäuse öffnen, Ankerwinde von innen reinigen & fetten
  • Bei Anzeichen von Korrosion & mechanischer Beanspruchung Teile austauschen
  • Getriebeölwechsel
  • Anschlüsse am Motor kontrollieren
  • Dichtungen auswechseln

Worauf ist bei der Wartung der Kettennuss der Ankerwinde zu achten?

Die Kettennuss einer Ankerwinde ist einer besonderen Belastung ausgesetzt und sollte bei der jährlichen Intensivwartung auf Abnutzung untersucht werden. Der Aufbau und die Funktionsweise einer Winsch sind kein Hexenwerk und die Bedienungsanleitung liefert praktische Hinweise. Mit dem Bedienhebel kann das Handrad der Kettennuss entfernt werden. Der obere Reibungskegel, die Kettennuss und der untere Reibungskegel können nun von der Welle abgezogen werden. Wenn keine Anzeichen von Korrosion und mechanischer Beanspruchung erkennbar sind, können die Bauteile wieder in der umgekehrten Reihenfolge zusammengesetzt werden. Die Gewinde und alle beweglichen Teile müssen sorgfältig mit Fett geschmiert werden.

Wie werden Motor und Elektrik einer Ankerwinde gepflegt?

Die Bordelektrik ist immens wichtig auf dem Schiff – ohne eine zuverlässige Stromzufuhr startet der Motor nicht, die Instrumente versagen ihren Dienst und es können keine Positionslampen gefahren werden. Feuchtigkeit und Salzwasser bedeuten ein permanentes Risiko für alle Verkabelungen, Anschlüsse und Schalter. Deshalb gilt generell und eben auch bei Motoren und Elektrik für Ankerwinden: Um Korrosion und Kriechwasser zu vermeiden, sollten alle Steckverbindungen und Anschlüsse mit einem Antikorrosionsspray eingesprüht werden, wie beispielsweise WD 40, Teflon Spray oder Wet-Protect. Gegebenenfalls sollte die Unterstützung durch einen Elektriker gesucht werden.

Welcher Motor für meine Ankerwinde?

Sollte einmal der Wechsel des Elektromotors der Ankerwinsch notwendig werden, informieren Sie sich vorher gut über einen geeigneten Ersatzmotor. Im SVB Onlineshop finden Sie passende Lofrans Ersatzmotoren für alle gängigen Ankerwinden. Wichtig ist bei der Auswahl eines Motors das Modell Ihrer Ankerwinde sowie die Betriebsspannung und in einigen Fällen das Baujahr der Winsch zu kennen. Falls Sie Ihren Motor online nicht finden, schicken Sie einfach ein Foto der verbauten Einheiten an den SVB Kundenservice.
Tipp: Falls der Motor ausgebaut werden muss, vorher ein Foto machen, dann ist der Einbau nach der Wartung oftmals einfacher.

Wofür benötige ich ein Relais und welches Relais ist das richtige für meine Ankerwinde?

Ein Relais zeichnet für die Schaltung der Drehrichtung verantwortlich, kurz gesagt die „Auf- und Abwärtsfunktion“ einer Ankerwinsch. Angaben zum verbauten Relais sind in den Hersteller-Katalogen enthalten. Oft müssen Motor und Relais zusammen gewechselt werden, da Ankerwinden Hersteller ihren Motorlieferanten wechseln. Dadurch kann sich die Anzahl der Pole an der Ankerwinde ändern (zwei, drei oder vier Pole), was durch ein passendes Relais einfach wieder ausgleichbar ist. SVB bietet für jede Ankerwinde und jeden Motorentyp das passende Relais.

Hilfe, mein neuer Ankerwindenmotor hat mehr / weniger Pole als der alte!

Wir bekommen immer wieder Anrufe von Kunden, die sich einen neuen Ankerwindenmotor in unserem Onlineshop bestellen und bei Erhalt überrascht feststellen, dass der neue Motor nur zwei Pole hat statt drei Pole, wie ihr alter Ankerwindenmotor. Über die Jahre wechseln einige Ankerwinden-Hersteller die Lieferanten ihrer Motoren. Dadurch kann sich eine Veränderung bei der Anzahl der Pole ergeben. Diese Herausforderung kann leicht durch ein entsprechendes Relais gelöst werden.

Wie finde ich passende Ersatzteile für meine Ankerwinde?

Eine so genannte Explosionsgrafik als Bestandteil der Bedienungsanleitungen zeigt Aufbau und Bauteile jeder Winsch. Die Bedienungsanleitung finden Sie in unserem Onlineshop auch auf der Artikelseite jeder Ankerwinde. Jedes Ersatzteil ist mit einer spezifischen Kennziffer bezeichnet, um eine Nachbestellung im Bedarfsfall zu erleichtern. Für Lofrans Ankerwinden ist das Finden von passenden Ersatzteilen noch leichter. In unserem Lofrans Ersatzteilfinder wählen Sie einfach Ihre Ankerwinde, suchen das benötigte Ersatzteil in der Explosionszeichnung und können es direkt Ihrem Warenkorb hinzufügen. Sie erhalten sowohl einzelne Ersatzteile, als auch so genannte Maintainance-Kits, die alle üblichen, notwendigen Ersatzteile für die jeweilige Ankerwinde enthalten. Darin enthalten sind beispielsweise Verschleißteile, wie Dichtungs- oder Simmering, Federringe, Muttern, Unterlegscheiben und Mitnehmerstifte.

Zusammenfassung Motor, Relais, Ersatzteile

  • Kettennuss 1x im Jahr entfernen & auf Abnutzung untersuchen
  • Steckverbinden & Anschlüsse des Motors mit Antikorrosionsspray behandeln
  • Ersatzmotor Anhand von Modell, Spannung & Baujahr der Ankerwinde finden
  • Sofern der neue Motor weniger/mehr Pole hat, ein passendes Relais kaufen
  • Ersatzteile über Explosionszeichnung der Bedienungsanleitung oder Lofrans Ersatzteilfinder finden