So finden Sie das richtige Yacht-Tauwerk

So finden Sie das richtige Yacht-Tauwerk

Hochwertiges Tauwerk gehört zur Grundausrüstung jedes Bootes, egal ob Segelyacht oder Motorboot. Aber welches Tauwerk ist die beste Wahl für Ihr Boot? Welche Faktoren gibt es bei der Auswahl zu beachten? Wir wollen Ihnen mit diesem Ratgeber helfen, das richtige Tauwerk für Ihren Einsatz zu finden.

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Welche Faktoren sind bei der Auswahl von Tauwerk zu beachten?

Arbeitslast

Die Arbeitslast bezeichnet die durchschnittliche Belastung eines Taus im Gebrauch. Um möglichst lange etwas von Tauwerk zu haben und seine Eigenschaften zu erhalten, sollte die Arbeitslast in der Regel nicht mehr als 1/5 der Bruchlast betragen. Die Arbeitslast können Sie hier durch Auswahl Ihres Schiffes und Eingabe der Windgeschwindigkeit in Knoten berechnen.

Farbe

Die Farbe des Tauwerks kann für einige Bootseigner ebenfalls ein Auswahlkriterium sein. Einige unserer Kunden legen beispielsweise Wert darauf, dass die Farbe des Tauwerks zur Farbe des Rumpfes passt. Andere wählen alle Schoten in Gelb und alle Fallen und Festmacher jeweils in einer anderen Farbe. Oder Sie ordnen allen Fallen, Schoten, Streckern und Trimmleinen pro Segel eine Hauptfarbe zu, also zum Beispiel grün für sämtliches Tauwerk des Großsegels, schwarz für das Vorsegel, blau für das Spi-Segel. Für Ihre Bestellung können Sie in unserem Tauwerk-Shop aus vielen unterschiedlichen Farben auswählen.

Tauwerkkonstruktion

Geflochtenes Tauwerk

Geflochtenes Tauwerk

Geflochtenes Tauwerk wird durch das Kreuzen oder Verschlingen von einzelnen Seilfasern, auch Litzen genannt, hergestellt. Dabei gibt es unterschiedliche Formen, wie die Fasern miteinander verbunden werden können. Fallen und Schoten werden in der Regel immer geflochten.

1 Doppelgeflecht

Bei Tauwerk mit Doppelgeflecht teilen sich Kern und Mantel die Arbeit und haben beide ihren Anteil an der Stabilität des Tauwerks. Bei Seilen der Marke Gleistein ist diese Art von Konstruktion an dem Zusatz „Twin“ zu erkennen (zum Beispiel Mega Twin Dyneema, Dock Twin).

2 Rundgeflecht

Bei Tauwerk mit Rundgeflecht werden die einzelnen Litzen so miteinander verkreuzt, dass ein Schlauch entsteht. Rundgeflechte können eine Seileinlage haben, können aber auch nur aus den rund gewebten Litzen bestehen.

3 Hohlgeflecht

Bei Tauwerk mit Hohlgeflecht werden die einzelnen Litzen so miteinander verkreuzt, dass in der Mitte ein Hohlraum entsteht. Diese Seile haben keinen Kern, einzig das Geflecht ist tragend. Rund- & Hohlgeflechte sind bei Gleistein an dem Zusatz „One“ zu erkennen (zum Beispiel (Dyna One, Geo One).

4 Quadratgeflecht

Tauwerk mit Quadratgeflecht besteht aus 8 Litzen, wodurch es eine hohe Robustheit und Griffigkeit erlangt. Es ist außerdem leicht spleißbar und preiswert. Im Gegensatz zu einem gedrehten Seil ist es dehungsneutral und hat eine relativ hohe Konstruktionsdehnung. Bei Tauwerk der Marke Gleistein ist diese Konstruktion an dem Zusatz „Square“ zu erkennen (zum Beispiel Geo Square).

Gedrehtes/Geschlagenes Tauwerk

Gedrehtes/Geschlagenes Tauwerk

Gedrehtes Tauwerk bzw. geschlagene Seile werden durch das Verdrehen von zwei oder mehreren Seilfasern umeinander hergestellt. Diese Art von Tauwerk hat eine geringere Bruchlast als ein geflochtenes Tauwerk, aber auch eine höhere Dehnung bzw. Elastizität. Diese Seile werden deshalb hauptsächlich als Festmacher-, Anker- und Fenderleinen eingesetzt. Gedrehte Seile können sich unter Last aufdrehen. Sie fangen an zu kinken und verlieren ihre Form und Festigkeit. Um dem entgegenzuwirken, ist es empfehlenswert, sie von Zeit zu Zeit hinter dem Boot herzuschleppen. Beim Aufwickeln sollte man diese Art von Seil auf keinen Fall verdrehen und in eine Form „zwingen“. Ein aufwickeln als 8er Knäuel ist hier geeigneter als ein rundes Aufwickeln. Es gibt 3- und 4-schäftige geschlagene Seile, bei denen die Litzen in Form eines Wendels um die Mittelachse geschlagen werden.

Was ist bei der Auswahl von Fallen wichtig?

Fallen gehören zum Laufenden Gut eines Segelschiffes. Bei der Auswahl von Fallen ist es wichtig, Tauwerk zu wählen, das

  1. Ein Mantelgeflecht mit hoher Widerstandskraft gegen Salzwasser, UV-Strahlung und hohe Temperaturen und Abrieb hat
  2. Möglichst wenig Reck hat, sich also möglichst wenig dehnt. Nur beim Gennaker & Spi ist das Dehnungsverhalten eher zweitrangig bzw. ein dehnbares Fall sogar von Vorteil
  3. Handig und griffig ist und in Winschen sowie in der Hand sicher und fest haftet und keine Kinken bildet
  1. Widerstandsfähig in Klemmen und Fallenstoppern ist und nicht durchrutscht
  2. Sehr hohe Bruch- und Arbeitslasten bei kleinem Eigengewicht und Durchmesser aufweist. Das Gewicht von Fallen ist vor allem bei Regattaseglern wichtig.

Welches Material für Fallen?

Die ersten Versuche wurden hier historisch mit Naturfasern gemacht. Dieses Material ist allerdings wenig geeignet, da es stark reckt und schnell fault. Als nächstes wurden Stahlseile eingesetzt, da sie deutlich weniger recken und deutlich widerstandsfähiger gegen Außeneinwirkungen sind. Auf einigen Schiffen und Yachten sind Drahtfallen noch immer in Gebrauch. Der neueste Stand der Technik sind Kunstfasern. Polyester ist hier das günstigste Material, das bei geringen Anforderungen ausreicht. Vor allem für Spi- und Gennakerfallen ist Polyester aufgrund seiner Dehnfähigkeit gut geeignet. Auch Polypropylen kann für Fallen verwendet werden. Allerdings verschleißen diese günstig hergestellten Fallen deutlich schneller. Sie sind zudem oft deutlich weniger UV-beständig & abriebfest und haben eine höhere Dehnung bei geringerer Bruchlast. Bei häufiger Nutzung und hohen Anforderungen, wie denen von Regattaseglern und auch einigen Fahrtenseglern, sind Fallen aus Dyneema empfehlenswert, da diese deutlich weniger recken als Polyester und Gewicht eingespart werden kann. Mehr Informationen zu Dyneema-Tauwerk finden Sie in unserem Dyneema Guide.

Fallen

Welche Tauwerkkonstruktion für Fallen?

Für Fallen kommen Tauwerke mit unterschiedlichen Konstruktionsmethoden in Frage.

1 Parallelkern-Mantel

Bei dieser Herstellungsmethode liegen die Kernfasern parallel zum Mantel, wodurch die Dehnung des Seils verringert werden soll. Dieses Herstellungsverfahren ist für Tauwerk aus Polyester üblich. Für diese Konstruktion ist ein Zwischenmantel nötig, der häufig dafür sorgt, dass diese Leinen etwas steif sind.

2 Kern-Mantel

Für dieses Herstellungsverfahren werden zwei verschiedene Geflechte verwendet. Kern und Mantel können aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sein. Für Fallen wird häufig ein Kern aus Polyester oder beschichtetem Dyneema verwendet. Der Mantel wird aus Polyester, zum Teil mit Technora- oder Vectran-Anteilen gefertigt.

3 Kern-Zwischenmantel-Mantel

Fallentauwerk mit Zwischenmantel hat eine Lage aus Stapelfaser zwischen Kern und Mantel integriert. Dieser sorgt dafür, dass der Kerndurchmesser verringert wird und die Fallen besser durch die Fallenstopper laufen.

Welche Länge für Fallen?
Die nötige Länge für Ihre Fallen lässt sich vereinfacht wie folgt berechnen:
Doppelte Masthöhe + Länge zum Cockpit in m = Länge Fall

Generell empfehlen wir Ihnen, das Tauwerk etwas länger zu wählen.
So können Sie das Fall jedes Jahr am Fall Schäkel ein Stück kürzen,
um so die durch Stopper und Umlenkrollen beanspruchten Stellen zu ersetzen.
Schoten

Was ist bei der Auswahl von Schoten wichtig?

Gute Schoten sollten einen Großteil der Eigenschaften aufweisen, die auch bei Fallen beschrieben sind. Das Material von Schoten bzw. dessen Tauwerkmantel sollte generell möglichst abriebfest sein, da Schoten häufig bewegt werden und an Rollen, Blöcken, Winschen und Klemmen scheuern (schamfilen). Auch eine hohe UV-Beständigkeit ist von Bedeutung, um das Material nicht zu verhärten oder zu zerstören. Hohe Bruch- und Arbeitslasten trotz kleinem Durchmesser und Gewicht runden das Profil von guten Schoten ab. Das Dehnverhalten von Schoten spielt auf Fahrtenseglern bei Genuas mit langem Unterliek keine große Rolle. Ganz anders ist die Lage auf Performance-Cruisern. Je schlanker das Segel ist und je höher die Last auf der Leine, desto wichtiger wird ein hochwertiges, dehnungsarmes Tau.

Vor allem bei handbedienten Großschoten sollte das Tauwerk gut in der Hand liegen, also lehnig und möglichst griffig sein. Beim Loswerfen dürfen Schoten keine Kinken bilden. Polyesterleinen sind als Schoten gut geeignet, da dieses Material weich & geschmeidig ist und auch bei starker Belastung kaum verhärtet.

Für Genuaschoten ist es wichtiger, dass sie mit der an Bord verbauten Winsch kompatibel sind. Denn je weniger Umschlingungen hier benötigt werden, desto schneller können Manöver gefahren werden. Bei Wendemanövern sollen die Schoten klarlaufen.

Welches Material für Schoten?

Schoten können aus unterschiedlichem Material bestehen, je nachdem auf was für einem Boot sie eingesetzt werden.

Polyester

Polyester-Schoten können auf Fahrtenyachten mit handbedienten Großschot-Taljen und überlappenden Genuas eingesetzt werden. Hier sind sie eine günstige Möglichkeit und bleiben auch unter starker Belastung geschmeidig.

Dyneema

Schoten aus Dyneema werden vor allem für Performance Cruiser verwendet. Tauwerk aus Dyneema hat eine geringere Dehnung und erbringt dadurch hier eine bessere Leistung.

Mischungen

Es gibt Tauwerk, bei dem die Dyneemafaser mit Polypropylenfasern vermischt wird. Dadurch sinkt die Bruchlast, dies ist aber für Schoten nicht weiter wichtig. Die Dehnung nimmt nur geringfügig zu, das Tauwerk wird allerdings durch die Materialmischung günstiger.

Welche Mantel-Konstruktionen für Schoten?

1 Endlos-Faser

Diese Tauwerk-Mäntel werden aus 20-fach-geflochtenen Polyester-Endlosfasern hergestellt. Dadurch sind sie besonders resistent gegenüber Winschtrommeln und Curry-Klemmen. Durch diese Herstellungsmethode entsteht ein geschmeidiges aber relativ glattes Tauwerk.

2 Stapelfaser

Schoten aus Stapelfasergarn oder Kammgarn liegen durch ihre weiche, flauschige Textur gut in der Hand, verschleißen aber auch um einiges schneller. Für den Winscheinsatz sind sie aus diesem Grund nicht zu empfehlen.

3 Grip-Faser

Schoten mit Grip-Faser bestehen aus speziell behandelten Polyester-Endlosfasern oder haben Stapelfasern beigemischt, so dass sich ein gut greifbarer Mantel ergibt, der aber trotzdem robust ist.

Welchen Durchmesser für Schoten?

Auf Fahrtenschiffen wird der Durchmesser von Schoten größtenteils anhand ihrer Handhabung und nicht über ihre Bruchlast bestimmt. Auf einem 10 Meter langen Boot wählt man üblicherweise Schoten mit einem Durchmesser von 10mm. Eine etwaige Dehnung ist aufgrund der flachen Schotwinkel nicht weiter ausschlaggebend. Auf einem Performance-Cruiser mit schmalem Vorsegel herrschen ganz andere Anforderungen. Hier können schon wenige Zentimeter Reck, vor allem bei gleichzeitiger Nutzung eines Membransegels, bereits große Auswirkungen auf die Performance haben. In diesem Fall sollte unbedingt eine Schot aus Dyneema gewählt werden. Gleistein berechnet den Durchmesser von Fallen und Schoten nach der Segelfläche in m²:

Cruise XP Dyna One Mega Twin Dyneema Discover Dyna Lite Cup Gemini X Tasmania Harkon Standard Draht 7x19
10 5 4 5 6 6 8 6 8 8 8 3
20 6 4 6 8 8 10 8 10 10 10 3
30 8 4 8 10 10 12 10 12 12 12 4
40 10 4 10 12 12 12 12 12 12 14 4
60 12 5 12 12 14 14 14 14 14 16 5
70 14 6 14 14 14 14 16 16 6
90 16 8 16 16 16 18 8
100 16 10 16

Wie finde ich die richtigen Festmacher für mein Boot?

Festmacher müssen ganz anderen Bedingungen standhalten als Fallen oder Schoten. Alles über Festmacher und wie Sie die geeigneten Festmacher für Ihr Boot finden, erfahren Sie in unserem Festmacher-Ratgeber.

Warum ist die Pflege von Tauwerk wichtig?

In einigen Breitengraden kann sich aufgrund des Wetters die Festigkeit Ihres Tauwerks in Abhängigkeit von Material und Farbe jedes Jahr stark verringern. Auch andere Faktoren können zu einer Abnutzung und Beschädigungen am Tauwerk führen. Seile mit geringem Durchmesser weisen hier verglichen mit Seilen mit größerem Durchmesser deutlich schneller Schäden auf. Damit Ihr Tauwerk möglichst lange seine Eigenschaften behält, ist es wichtig, einige Tipps zur Pflege zu beachten und das Tauwerk regelmäßig auf Mängel zu überprüfen.

Wie sollte Tauwerk gepflegt werden?

Vor der Installation

Überprüfen Sie, bevor Sie das Tauwerk überhaupt an Bord installieren, seinen geplanten Verlauf auf scharfe Kanten und andere Gefahrenstellen und inspizieren Sie zudem Scheiben von Blöcken, Umlenkrollen und Rollenkästen an Deck und im Rigg, ob sie gratfrei und intakt sind und leicht laufen. Splinte und Stellen, die das Tauwerk beschädigen könnten, sollten abgeklebt werden.

Während der Saison

Währen der Saison sollten Sie Ihr Tauwerk, vor allem das laufende Gut, regelmäßig auf sichtbare Schäden untersuchen. Inspizieren Sie dafür Ihre Seile am besten in 30 cm Abständen. Spleißen und dafür verwendete Kauschen sollten Sie dabei besondere Aufmerksamkeit widmen. Kauschen können sich unter Umständen durch die Seildehnung lösen.

Vor dem Einwintern

Wenn Ihre Yacht draußen überwintert empfiehlt es sich, Fallen aus Dyneema aus dem Mast zu ziehen und Trimmleinen und Strecker an Bord abzuschlagen. Das Tauwerk sollte bis zur nächsten Saison z.B. im Keller trocken gelagert werden. Andernfalls kann es zu einer optisch sehr unschönen Grünalgenbildung kommen.

Wie reinige ich Tauwerk richtig?

Ein regelmäßiges Reinigen Ihres Yacht-Tauwerks sorgt nicht nur dafür, dass es schön aussieht und sich Verfärbungen und Salzrückstände lösen, es kann auch seine Lebensdauer verlängern. Wenn Schmutz oder Sand in das Tauwerk eintreten, kommt es zu einer inneren Abnutzung des Taus, die sich durch lockere Litzen und pulverförmigen Faserabrieb bemerkbar macht. Generell ist es möglich, Tauwerk in der Waschmaschine zu reinigen. Verwenden Sie zum Waschen nur wenig Waschmittel, am besten Waschmittel für Funktionstextilien, und stellen Sie Ihre Waschmaschine auf maximal 30°C. Wir empfehlen Ihnen, Ihre Taue in einen Kopfkissenbezug oder ähnliches zu stecken, damit sie sich in der Waschmaschine nicht oder weniger verknoten. Dyneema Tauwerk sollte allerdings nicht maschinell gewaschen werden, da für die Herstellung oft Beschichtungen mit speziellen Coatings, zum Beispiel um die Haftung zwischen Mantel und Kern zu verbessern, verwendet werden. Reinigen Sie Dyneema falls nötig lediglich per Handwäsche mit lauwarmem Wasser und einem milden Waschmittel. Vermeiden Sie den Kontakt von Tauwerk mit Chemikalien oder giftigen bzw. ätzenden Dämpfen. Sollte der Kontakt nicht zu vermeiden sein, reinigen Sie die Seile unter fließendem, kaltem Wasser und prüfen Sie anschließend, ob das Tau Beeinträchtigungen aufweist, indem Sie Filamente der Garnfaser reiben oder zupfen.

Festmacher

Was tun bei beschädigtem Tauwerk?

Schamfilstellen am Mantel können Sie provisorisch mit wasserfestem Tape umwickeln, damit der Mantel nicht reißen kann. Ist lediglich der Mantel des Tauwerks angegriffen, was häufig im Bereich der Fallenstopper auftritt, können Sie bei einem Rigger Ihres Vertrauens einfach nur den Mantel des Taus austauschen lassen. Dies erspart Ihnen die Anschaffung eines komplett neuen Falls. Ein Rigger kann auch Kauschen, die sich aus einem Spleiß gelöst haben wieder fest fixieren.

Wenn ein Tau nur in einem Bereich stark beschädigt ist, kann dieser Bereich herausgeschnitten und die beiden Seilenden durch einen Ende-zu-Ende-Spleiß verbunden werden. Ist das Seil durch zu große Überlastung gerissen ist, sollten Sie es allerdings nicht mehr verwenden. Auch wenn sich die Filamente leicht auflösen, sollten Sie das Seil schnellstmöglich ersetzen.

Warum sollte ich mein Tauwerk spleißen?

Ein Knoten im Seil verringert die Bruchlast des Tauwerks um 40-90%, ein Spleiß nur um ca. 10%. Manche modernen Spleiße beeinflussen die Bruchlast sogar gar nicht. Wie stark ein Knoten die Bruchlast verringert, hängt vom Material und vom Durchmesser des Tauwerks ab. Bei Tauwerk aus Polyester teilen sich Kern und Mantel des Taus einwirkende Lasten, daher wirken sich Knoten in Polyestertauwerk nicht ganz so schlimm aus, wie bei Dyneema-Tauwerk. Bei Tauwerk aus Dyneema wird ein Großteil der Last vom Tauwerkkern getragen. Der Kern ist bei Dyneema-Tauwerk sehr glatt, weshalb er im Knoten rutschen kann. Dadurch verlagert sich die Last auf den Mantel und die Bruchlast wird zum Teil drastisch reduziert. Im schlimmsten Fall reißt der Mantel. Bei einem Palstek in einem 10 mm Dyneema-Tau verringert sich die Bruchlast um etwa 50 %, bei einem Kreuzknoten oder Schotstek wird die Bruchlast um fast 90 % minimiert. In unserem Sortiment finden Sie einige fertig konfektionierte Fallen und Schoten. Wir spleißen Ihr Tauwerk aber auch gern nach Ihren individuellen Wünschen.

Warum sollte man Tauwerk vor UV-Einstrahlung schützen?

Die starke UV-Einstrahlung auf dem Wasser führt dazu, dass die Farbe von Tauwerk verblasst und die Seile nach und nach an Festigkeit verlieren. Dies gilt besonders für Yacht-Tauwerk aus Vectran, Aramid (Kevlar) und PBO (Zylon). Tauwerk aus Polyester und Dyneema ist UV-resistenter und erreicht meist mechanisch das Ende seiner Lebensdauer, bevor das UV-Licht die Festigkeit beeinflussen kann. Aber durch das Licht wird der Mantel spröde und verhärtet. Die Farbe des Taus graut aus. Zum Schutz des Yacht-Tauwerks vor unnötiger UV-Belastung gibt es Stautaschen zum Verwahren der Seile, wenn sie nicht in Benutzung sind.

FAQ

Normalerweise sehr lange, mindestens 20 Jahre, Haltbarkeit aber abhängig von Sonneneinstrahlung, Nutzungshöhe (zurückgelegte Meilen pro Saison), Qualität der Winschen.
Um das Klappern am Mast zu verhindern, gibt es so genannte Fallenabweiser. Diese werden mit Hilfe der mitgelieferten Kabelbinder an der Sailing montiert und die Fallen hinter die Haken eingehängt.
Dyneema und Spectra sind chemisch beide aus hochmodularem Polyethylen gefertigt, Dyneema hat allerdings eine leicht abweichende molekulare Struktur und eine höhere Bruchlast bei größeren Durchmessern. Dyneema trägt auch den Markenname DSM. Dyneema hat etwas bessere Verschleißeigenschaften in Bereichen, wo das Tauwerk viel genutzt wird und ist elastischer als Spectra 1000.

Spectra ist eine starke und langlebige Faser, die von dem Hersteller Honeywell produziert wird. Das Tauwerk hat die beste Lebensdauer aller Fasern. Der einzige Nachteil von Spectra Tauwerk ist das so genannte Kriechen, das heißt, dass sich das Tauwerk unter stetig hohen Lasten allmählich verlängert. Spectra nimmt keine Flüssigkeit auf.