So finden Sie die perfekte Rettungsweste

Wie finde ich die perfekte Rettungsweste?

Selbst erfahrenen Seglern und Wassersportlern ist es schon passiert: eine hohe Welle, ein Sturm, ein Steuerfehler oder ein falscher Schritt beim Anlegen und schon lagen sie im Wasser. Am besten Sie versuchen diesen Zustand möglichst zu verhindern. Denn ist man erstmal im Wasser gelandet, und das wohlmöglich nicht im Hafen, sinken die Chancen, wieder gesund zurück an Bord zu kommen dramatisch. Die Wahl der richtigen Rettungsweste kann dann von enormer Bedeutung sein. Erfahren Sie alles

Wenn Sie (z.B. auch als Crewmitglied) ohnehin viel auf dem Wasser unterwegs sind, kann es sich lohnen, eine individuelle Rettungsweste anzuschaffen, die den eigenen Bedürfnissen entspricht. Hier haben Sie dann die Qual der Wahl. Mit unserem Guide wissen Sie worauf es ankommt! Denn wenn es um Über-Bord-Gegangene geht, spricht man von Chancenerhöhung. Ihre Überlebenschance kann sich drastisch steigern, wenn Sie sich vorher Zeit nehmen, um sich mit dem Thema Rettungswesten auseinander zu setzen. Wie Unterscheidet sich eine gute Rettungsweste von einer schlechten? Wer darf Rettungswesten prüfen? Welche Rettungswesten Tests gibt es und wie gut sind diese?
Kurz: wie finde ich die beste Rettungsweste für meine Bedürfnisse?

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Was gibt es vor dem Kauf einer Rettungsweste zu beachten?

Die Auswahl an Rettungswesten auf dem Markt ist riesig. Die Marken SEATEC, Secumar, Marinepool, Kadematic und Spinlock haben zahlreiche Rettungswesten mit unterschiedlichen Formen, Größen, Gewichtsklassen und Preisen auf den Markt gebracht. Da fällt die Wahl schwer. Egal ob Sie Ihre Rettungsweste online kaufen oder vor Ort in einem Fachgeschäft, über folgende Fragen sollten Sie sich Gedanken machen:

  • Wird die Rettungsweste nur von einer Person oder von verschiedenen Personen genutzt?
  • Für welchen Einsatz wird die Rettungsweste genutzt (Binnen-/Küstenreviere, Hochsee, Jollen- oder Regattasegeln, Rudern, Angeln oder Kanufahren)?
  • Welche Kleidung wird unter der Rettungsweste getragen?

TIPP: Sie sollten nur Rettungswesten kaufen, die das CE-Kennzeichen oder das Steuerrad-Symbol tragen (siehe weiter unten). Diese Rettungswesten wurden einer EU-Baumusterprüfung unterzogen. Neben dem CE-Kennzeichen oder dem Steuerrad-Symbol kann die Rettungsweste auch eine GS-Prüfnummer tragen. Diese Prüfnummer ist der Nachweis für eine regelmäßige Produktionsüberwachung.
Haben Sie für sich und ihre Crew diese Fragen beantwortet, kann es an die Auswahl der passenden Schwimmweste gehen.

Was bedeuten die Angaben der Auftriebsklassen bei einer Rettungsweste?

Die Auftriebskraft einer Rettungsweste wird in Newton (N) berechnet. Newton ist die physikalische Einheit für Kraft. Gemäß der Norm DIN EN ISO 12402 werden Rettungswesten entsprechend ihrer Auftriebskraft in unterschiedliche Klassen unterteilt: 50 N, 100 N, 150 N, 275 N und 300N. Um die richtige Rettungsweste zu finden, spielt das Körpergewicht des Trägers kaum eine Rolle. Viel mehr kommt hier das Einsatzgebiet ins Spiel. Trägt man die Weste vor allem beim Hochseesegeln und unter schweren Bedingungen sollte die Weste mindestens 275N Auftrieb haben. Das zusätzliche Gewicht der Segelbekleidung, sowie eingeschlossenes Wasser und Luft beeinflussen das Eigenkörpergewicht enorm. Dies sollte bei der Auswahl unbedingt berücksichtigt werden.

Eine Rettungsweste soll vor allem den Kopf des Trägers über Wasser halten, so dass auch im Ohnmachtsfall das Gesicht über Wasser bleibt und die Atemwege frei sind. Der Kopf wiegt bei jedem Menschen etwa gleich viel. Damit die Drehung in eine ohnmachtssichere Lage sicher gestellt ist, sollte deshalb ausreichend Auftriebskraft gewählt werden. Diese Wahl der Auftriebskraft hängt also von Ihrer Bekleidung ab, ihrem Eigenkörpergewicht und dem Wasser welches sich in der nassen Kleidung sammelt. Segeln Sie nur in leichten Gewässern, oder dort wo man nicht mehr als eine Shorts und ein T-Shirt trägt braucht die Rettungsweste eine geringere Auftriebskraft um die über Wasser zu halten.

TIPP: Einige Hersteller oder Ratgeber geben einen Richtwert von 8 Newton je 10 Kg Körpergewicht an. Wir raten von dieser Einschätzung ab. Orientieren Sie sich unbedingt an dem Einsatzgebiet, da zu dem Körpergewicht (wie oben angegeben) noch andere Faktoren hinzukommen. Lassen Sie sich im Zweifelsfall fachmännisch beraten. Eine gute Beratung ersetzt jeden Rettungswesten Test im Internet.

Welche Arten von Rettungswesten gibt es?

Feststoffweste


Die Feststoffweste - Der Klassiker

Eine Feststoffweste hat in der Regel einen Auftrieb von 50 bis 100 Newton. Schwimmwesten mit einem Auftrieb von 50 N werden Schwimmhilfen genannt, da sie nicht dafür geeignet sind, Menschen lange über Wasser zu halten. Als Schwimmhilfen werden deshalb auch sog. Regattawesten bezeichnet. Diese sind sehr leicht und nicht ohnmachtssicher. Dafür lassen sie viel Platz für freie Bewegung und eignen sich neben dem Regattasport auch sehr gut fürs Stand Up Paddeln oder Kayaking.

Die klassische Schwimmweste ist das orangene Modell mit dem großen Kragen, der dafür sorgt, dass der Kopf der über Bord gegangenen auch bei Ohnmacht über Wasser gehalten wird. Diese Modelle sind sehr robust, haben einen Hüftgurt und einen Schrittgurt, der die Weste an Ort und Stelle hält. Die Feststoffweste ist günstiger in der Anschaffung als eine Automatikweste und „fehlerverzeihend“. Sie hat nicht so viele Einstellungsmöglichkeiten und ist daher universell einsetzbar. Der Auftrieb bleibt konstant bei 100N. Egal welches Modell Sie wählen.

halbautomatische oder manuelle Rettungsweste


Die halbautomatische oder manuelle Rettungsweste - Der Hybrid

Die halbautomatische Rettungsweste ist die perfekte Mischung zwischen Feststoffweste und automatischer Schwimmweste. Ihr Vorteil besteht darin, dass sie die positiven Eigenschaften der automatischen Rettungsweste mit denen der Feststoffweste verbindet. Eine manuelle Rettungsweste wird nicht automatisch bei Wasserkontakt ausgelöst. Das bedeutet, es droht keine Gefahr, dass die Rettungsweste bei zu hoher Feuchtigkeit oder plötzlich überkommendem Wasser auslöst.

Besonders im Jollensegelbereich ist die halbautomatische Rettungsweste eine gute Wahl. Sie ist leicht und bequem und hat trotzdem einen guten Auftrieb.

halbautomatische oder manuelle Rettungsweste

Die Automatische Rettungsweste - Die Moderne

Eine selbst auslösende oder automatische Rettungsweste besteht aus einer Außenhülle, die den wichtigsten Teil der Schwimmwesten umschließt: die Schwimmblase (auch Schwimmkörper genannt). Das Auslöse System einer solchen Automatikweste besteht aus einem Auslöse-Automaten mit einer CO2-Patrone und dem Auslösemechanismus, der meist durch eine wasserlösliche Tablette „blockiert“ wird. Kommt die Weste in Kontakt mit Wasser, löst sich diese kleine Tablette auf und ein Hebelmechanismus durchschlägt eine Patrone. Der Schwimmkörper der Rettungsweste wird mit Luft gefüllt und sorgt so für den nötigen Auftrieb. Automatik-Schwimmwesten sind mit unterschiedlichen Auftriebsklassen erhältlich. Diese reichen von 100N bis 300N Auftrieb.

Für welche Variante Sie sich entscheiden hängt maßgeblich davon ab, wo Sie mit ihrem Boot unterwegs sind.

Gibt es eine Rettungswestenpflicht in Deutschland?

Bisher gibt es in Deutschland nur eine Rettungswestenpflicht auf Charterbooten. Doch auch Bootseigner, die mit einer Crew unterwegs sind, sind angehalten ausreichend Schwimmwesten für ihre Mitsegler zur Verfügung zu stellen. Das BSH gibt in seinen Publikationen zum Thema „Sicherheit auf dem Wasser“ eindeutige Empfehlungen zum Umgang mit und Tragen von Rettungswesten an Bord:

Erwachsene: „Alle sicherheitsbewussten Wassersportler – auch gute Schwimmer – tragen auf dem Wasser Rettungswesten!“

Kinder: „Kinder sollten grundsätzlich Kinder-Rettungswesten tragen. Und zwar sowohl auf dem Boot als auch außerhalb des Bootes am Wasser.“

Als Eigner tragen Sie die Verantwortung für die Crew. Deshalb sollten auf jedem Boot genügend Rettungswesten für alle Crewmitglieder vorhanden sein.

Welches Zubehör sollte ich für meine automatische Rettungsweste anschaffen?

Um die Wahrscheinlichkeit, dass ein Über-Bord-Gefallener wieder zurück an Bord kommt, und damit die Überlebenschancen, zu erhöhen, gibt es die Möglichkeit, seine Rettungsweste mit Zubehör auszustatten. Welches Zubehör dabei von Nutzen sein kann, erfahren Sie hier.

Rettungswesten

Spraycap für Rettungswesten

Eine besondere Gefahr besteht für Über-Bord-Gefallene, wenn sie zu lange im Wasser liegen. Nicht nur das schnelle Auskühlen des Körpers spielt dabei eine Rolle. Auch atmen sie bei schwerer See oder starkem Sind Gischt ein. Das Salz in der Gischt setzt sich in den Lungen ab und speichert dort Wasser und Feuchtigkeit. So entsteht die Gefahr, dass innerlich zu ertrinken, ohne das auffallend viel Wasser geschluckt wurde. Diesem „Innerlichen Ertrinken“ kann eine Spraycap, Sprayhood oder auch Spritzhaube genannt, entgegenwirken.

Eine Spraycap, funktioniert ähnlich wie eine Kapuze. Im Notfall kann sie über den Kopf und die aufgeblasene Rettungsweste gezogen werden. Der Träger wird so gegen das Überspülen von Wellen und Spritzwasser geschützt.

Zudem kann ein Spraycap einer Unterkühlung des Körpers über den Kopf entgegenwirken. Doch nicht jede Rettungsweste hat eine solches Cap integriert. Lesen sie sich deshalb unbedingt die Liste des Vorhandenen Zubehörs ihrer Weste durch. Sollte Kein Spraycap vorhanden sein, können Sie diese ohne großen Aufwand selbst nachrüsten. Dabei bitte auf das passende Modell achten. Lassen Sie sich gerne von unseren Experten beraten.

Schrittgurt für Rettungswesten

Bei einigen Rettungswesten ist ein Schrittgurt bereits fest installiert oder in der Lieferung enthalten. Bei anderen Schwimmwesten kann ein Schrittgurt nachgerüstet werden. Ein Schrittgurt oder englisch Harness fixiert die Rettungsweste zusätzlich am Körper und verhindert das Hochrutschen der Weste. Die Wasserlage des Trägers wird so optimiert und die Weste an Ort und Stelle gehalten. Dies ist besonders wichtig sollte die über Bord gefallene Person nicht bei Bewusstsein sein. In der Seefahrt war es schon immer besser sich auf den schlimmsten Fall vorzubereiten. Frei nach dem Motto: Better safe than sorry!

Und ein kleines Accessoire, wie ein passender und richtig eingestellter Schrittgurt können ihre Überlebenschancen erheblich steigern.

Seenotleuchte für Rettungswesten

Für die meisten automatischen Rettungswesten können Seenotleuchten nachgerüstet werden, um bei schlechten Sichtverhältnissen oder Dunkelheit die Chance auf eine schnelle Rettung zu erhöhen.

Auch hier gibt es eine Auswahl an unterschiedlichen Beleuchtungssystemen. Einige Lichter werden direkt auf den Luftkörper aufgeklebt und nutzen den kompletten Schwimmkörper als Reflektionsfläche. Andere Hersteller bieten antennenförmige Leuchten an, die mit Klettband an der Weste befestigt werden und im Ernstfall entweder automatisch bei Wasserkontakt oder Auslösen der Rettungsweste aktiviert werden oder manuell zu bedienen sind. Die Leuchtdauer der einzelnen Rettungswestenlichter ist sehr unterschiedlich und variiert zwischen 2 und 10 Stunden.

Seenotsender für Rettungswesten

Zahlreiche Seenotsender sind auch für Rettungswesten kompatibel und ermöglichen eine noch schnellere Rettung aus dem Wasser. Ob AIS, DSC, EPIRB bzw. PLB oder ein Peilsignal-Sender- hier sollte zuerst geprüft werden welches Signal sie nutzen möchten. So gibt es dir Möglichkeit MOB Signale direkt an die Seenotrettungsstationen zu übertragen, oder wieder zurück an Bord (z.B. auf das GPS Gerät) zu senden, da sich in den meisten Fällen das Boot in unmittelbarer Nähe des Über-Bord-Gegangenen befindet und daher die Chancen die Person schneller zu finden größer sind.

Haben Sie sich für eine Variante entschieden achten Sie darauf, dass der Sender auch für Rettungswesten geeignet ist. Er sollte keine scharfen Ränder haben oder Antennen die den Schwimmkörper beschädigen könnten. Möglicherweise wird auch das Ausfahren der Antenne durch die Rettungsweste blockiert bzw. Rettungsweste und Seenotsender blockieren sich gegenseitig. Ein Seenotsender muss explizit für die jeweilige Rettungsweste freigegeben worden sein, um die Funktionstüchtigkeit von Sender und Rettungsweste zu gewährleisten.

Lifeline für Rettungswesten

An vielen Rettungswesten gibt es die Möglichkeit, eine so genannte Lifeline, auch Sorg(e)leine oder Sicherungsleine, zu befestigen.

Die eine Seite der Lifeline wird an der Weste in einer Schlaufe oder einen D-Ring befestigt, die andere Seite an Bord angebracht. Fällt ein Mensch über Bord, ist er durch die Sicherungsleine fest mit dem Boot verbunden und kann leicht wieder an Bord geholt werden. Auch bei schwerem Wetter sind Lifelines nützliche Helfer. So kann sich der Segler beim Bewegen an Deck in die Leine einpicken die vom Bug zum Heck führt und so sicher Tätigkeiten auf dem Vordeck ausführen. Einige Rettungswesten werden serienmäßig mit einer Lifeline ausgeliefert.

Vorsicht bei den Begrifflichkeiten: Sorgeleinen sind nicht nur im Zusammenhang mit Lifebelts im Einsatz. Zwar wird die Verbindung zwischen Rettungsweste und Boot so genannt, doch kann dies zu Verwechslungen führen. Als Sorg(e)leine werden alle Tampen bezeichnet die zur Sicherung dienen.
Sicherungsleinen gibt es für Kinder und Erwachsene als festes Gurtband oder flexible Stretch-Leine. Entdecken Sie auch unsere SEATEC Rettungswestensets, die inklusive Lifeline geliefert werden!

Zusammenfassung Zubehör

  • Spraycap: Schützt vor Überspülen und Spritzwasser, wirkt dem innerlichen Ertrinken gegen.
  • Schrittgurt: Verhindert das Hochrutschen der Weste, erhöht die Sicherheit und optimiert die Wasserlage des Trägers.
  • Seenotleuchte: Erhöht die Chance auf Rettung bei schlechten Sichtverhältnissen.
  • Seenotsender: MOB-Signale können an Seenotrettungsstationen übertragen werden und die Rettung beschleunigen.
  • Lifeline: Schützt vor dem über Bord fallen, ein an Bord holen wird erleichtert.

Wie Sie Rettungswesten richtig anlegen

Nur wenn eine Rettungsweste bequem ist und korrekt angelegt wird kann sie tatsächlich Teil des Bordalltags werden. Im Folgenden erklären wir Ihnen Schritt für Schritt das richtige Anlegen einer Rettungsweste:

  1. Wenn Sie eine Jacke oder ein Oberteil mit Kapuze oder einem Kragen unter der Rettungsweste tragen, stellen Sie den Kragen zum Anlegen der Rettungsweste auf oder setzen Sie die Kapuze auf. Bei Schlechtwetterjacken, bei denen die Kapuze im Kragen verstaut ist, sollte die Kapuze aus dem Kragen geholt und aufgesetzt werden. Zum einen sitzt die Rettungsweste so bequemer, zum anderen verhindert eine Kapuze im Ernstfall ein zu schnelles Auskühlen des Kopfes und sollte daher einsatzbereit sein.
  2. Legen Sie die Rettungsweste mit aufgesetzter Kapuze/aufgestelltem Kragen an.
  3. Ziehen Sie den Brustgurt der Weste so fest an, dass maximal Ihre Fingerspitzen noch zwischen Gurt und Brust passen.
  1. Setzen Sie die Kapuze (falls gewünscht) wieder ab oder klappen Sie den Kragen in die gewünschte Position.
  2. Falls Ihre Rettungsweste einen Schrittgurt hat, legen Sie diesen nun an und ziehen Sie ihn so fest, dass er in aufrechter Position kein Spiel hat, Sie sich aber noch bequem bewegen können. Der Schrittgurt verhindert im Ernstfall ein Hochrutschen der Rettungsweste in Richtung Kopf.
  3. Falls Sie eine Lifeline haben, befestigen Sie diese nun an der Weste und sichern Sie sich an Deck des Bootes ab.

Wartung von Rettungswesten

Die Lebenserwartung einer automatischen Rettungsweste beträgt ca. 10 Jahre. In diesem Zeitraum sollte die Rettungsweste alle 2 Jahre gewartet werden. Eine regelmäßige Rettungswestenwartung sorgt dafür, dass die Rettungsweste im Ernstfall einsatzbereit ist und wie vorgesehen funktioniert. Auch Kinder-Rettungswesten mit automatischer Auslösung müssen alle zwei Jahre gewartet werden! Eine vom Hersteller autorisierte Wartungsstation in Ihrer Umgebung finden Sie auf der Internetseite des Rettungswestenherstellers.

Bei der Wartung einer Automatik-Rettungsweste werden die Automatikdichtungen erneuert, die Auslösekraft der Weste überprüft und die CO2-Patrone auf feine Haarrisse geprüft. Auch der Schwimmkörper wird genauestens betrachtet und auf Dichtigkeit und Beschädigungen untersucht. Vor allem die Nähte werden hier kritisch geprüft.

Ist Ihre Rettungsweste nach 10 Jahren immer noch einsatzfähig, muss sie jährlich gewartet werden, um Alterungserscheinungen frühzeitig zu erkennen. Nach 15 Jahren ist die Lebenszeit einer Rettungsweste abgelaufen und es wird keine Rettungswestenwartung mehr durchgeführt. Wir empfehlen eine neue Weste anzuschaffen. Zwar ist die Wartung von Rettungswesten gesetzlich nicht vorgeschrieben, kommt es jedoch zu einem Unfall aufgrund einer nicht standardmäßig gewarteten Weste, trägt der Bootseigner die Verantwortung dafür und zwar für alle Westen die sich an Bord befinden.

Rettungswesten

Ersatzteilsets für automatische Rettungswesten

Wurde eine automatische Rettungsweste einmal ausgelöst, muss die Auslösevorrichtung danach ausgetauscht werden, um die Rettungsweste wieder einsatzfähig zu machen. Gerade die CO2-Patronen können bei Rettungswesten von verschiedenen Herstellern sehr unterschiedlich sein. Es gibt Patronen mit Schraubgewinde oder Bajonettverschluss und unterschiedlichen Gewichten. Die passende CO2-Patrone ist der zugehörigen Bedienungsanleitung Ihrer Rettungsweste zu entnehmen. Die erforderliche Gewichtsangabe der CO2-Patrone steht auch auf einem Etikett im Westeninneren oder wurde auf den Schwimmkörper (innerhalb der Schutzhülle) aufgedruckt. Wenn Sie den Automatentypen sowie die Füllmenge der CO2-Patrone kennen, finden Sie zusammen mit der Marke Ihrer Rettungsweste in unserem Onlineshop schnell und einfach das richtige Ersatzteilset bestehend aus CO2-Patrone, Salztablette und Halterungen.

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Richtlinien und Verordnungen für Rettungswesten

Um sicherzustellen, dass eine Rettungsweste im Ernstfall den Schutz bietet, den sie verspricht, müssen Rettungswesten in Europa bestimmte Vorgaben erfüllen. Die PSA-Verordnung schreibt eine umfassende EU-Baumusterprüfung sowie eine Fertigungsüberwachung durch eine offizielle Institution vor. Dabei wird der technische Entwurf einer PSA (Persönliche Schutzausrüstung) mit den Anforderungen aus dieser Richtlinie bzw. Verordnung abgeglichen. Europaweit stehen hierfür harmonisierte Normen, wie zum Beispiel die DIN EN ISO 12402 für Schwimmhilfen und Rettungswesten, sowie die DIN EN ISO 12401 für Sicherheitsleinen und Sicherheitsgurte, zur Verfügung. Die CE-Kennzeichnung einer Schwimmweste bestätigt das Erfüllen dieser Anforderungen. Nicht nur die Rettungsweste, sondern jede ihrer Komponenten, wie Folien, Stoffe, Gurtbänder und Beschläge und Auslösevorrichtung, unterliegt einer Normierung. Ältere Rettungswesten haben möglicherweise noch eine BG-Zulassung. Dies steht für eine Zulassung der Berufsgenossenschaft (SeeBG oder BSBG), die inzwischen durch die CE-Zulassung ersetzt wurde.

In der Berufsschifffahrt weist ein so genanntes SOLAS Steuerrad die Rettungsweste als geprüftes Modell aus. Der Begriff SOLAS steht für „International Convention for the Safety of Life at Sea“ und bezieht sich auf eine UN-Konvention zur Schiffsicherheit. Rettungswesten, die nach SOLAS zertifiziert sind, müssen beispielsweise mit einer Seenot-Leuchte ausgerüstet sein.

In Deutschland werden die gesetzesähnlichen Vorgaben der EU über das Produktionssicherheitsgesetz (ProdSG) umgesetzt, das Regelungen zu den Sicherheitsanforderungen von Verbraucherprodukten und technischen Hilfsmitteln beinhaltet.

FAQ

Verschiedene Rettungswestenhersteller raten von einer eigenen Wartung ab. Es gibt speziell zertifizierte Stationen oder Läden, die Ihre Rettungswesten fachgerecht warten. Die Patrone Ihrer automatischen Schwimmweste können und sollten Sie jedoch eigenständig regelmäßig prüfen und ggf. austauschen. Dasselbe gilt für die kleine Patrone, die den Bolzen der Weste vom Einschlagen der Patrone abhält. Dieser kann sich mit der Zeit auflösen und die Rettungsweste so ungewollt aufblasen.
Unbedingt! Nur indem Sie die Weste auch selbst ausprobieren machen Sie sich mit ihr bekannt. Am besten suchen Sie sich eine schöne Bucht, einen Steg oder einen geeigneten anderen Platz, an dem Sie einmal mit der Weste ins Wasser springen. Und wenn Sie gerade dabei sind, nehmen Sie doch Ihr Enkelkind oder Ihre Kinder gleich mit. Je besser wir wissen was passiert, wenn wir ins Wasser fallen, desto besser sind wir auf Notfälle vorbereitet.

Auch wenn Sie danach eine neue Patrone einsetzen müssen, lohnt sich ein Test in jedem Fall!

Die automatische Auslösevorrichtung der heute auf dem Markt erhältlichen Rettungswesten ist so ausgefeilt, dass Rettungswesten bei Regen und Spritzwasser in der Regel nicht ungewollt auslösen. Wenn die Weste über längere Zeit einer Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt ist, kann sich dies auf die automatische Auslösevorrichtung auswirken und die Rettungsweste ungewollt auslösen.
Ist die Rettungsweste nicht in Gebrauch, so sollte diese trocken, dunkel und weder zu warm noch zu kalt gelagert werden. Wichtig ist, die Rettungsweste samt der darin enthaltenen Salztablette nach einem Törn bei hoher Luftfeuchtigkeit oder starkem Regen gut durchtrocknen zu lassen. Dafür empfehlen wir Ihnen, die Weste im Cockpit unter der Persenning aufzuhängen. Die Rettungsweste sollte keinesfalls in der prallen Sonne oder im geheizten Salon getrocknet werden. Am besten verstauen sie die Rettungsweste auch unter Deck so, dass sie im Falle einer ungewollten Auslösung nichts zerstört. Der hohe Druck der beim Auslösen der Weste entsteht kann durchaus den einen oder anderen Schrank aus dem Leim geraten lassen. Deshalb die Rettungswesten auch keinesfalls unter einer Luke verstauen durch die ggf. doch einmal Wasser eindringen kann.
Eine Rettungsweste besteht zum Großteil aus Verbundstoffen und kann einfach im Restmüll entsorgt werden. Bei automatischen Rettungswesten sollten CO2 Patrone & sonstige Metallteile separat im Altmetall entsorgt werden. Etwaige Seenotleuchten oder Seenotsender können im Elektroschrott entsorgt werden. Achten Sie darauf, Batterien und Akkus aus Elektronikgeräten zu entfernen und separat zu entsorgen.
Geschrieben von unseren SVB (Technik) Experten

Geschrieben von unseren SVB (Technik) Experten

Die SVB Sicherheits Experten warten und testen in regelmäßigen Abständen unsere Sicherheitsprodukte wie Rettungswesten, Rettungsinseln und Co.. Langjährige Erfahrung und eigenes Know How prägen ihre Empfehlungen und Test.